USA: Erholung am Arbeitsmarkt wird weiterhin durch Sonderfaktoren gebremst

Der Beschäftigungszuwachs in den USA fiel im Mai kräftig aus. Das Stellenplus lag bei 559.000 gegenüber dem Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank daher von zuvor 6,1% auf 5,8%. Nach dem enttäuschenden Arbeitsmarktbericht vom April nimmt die Erholung der Beschäftigung also wieder etwas Fahrt auf.

 

Besonders die Dienstleister stellten im Mai kräftig ein. So entstanden allein im Freizeitgewerbe, unter das auch die Gastronomie fällt, 292.000 Jobs gegenüber April. Ein großer Beschäftigungszuwachs wurde daneben im Bildungswesen verzeichnet. Die Lockerung der Corona-Restriktionen macht sich hier positiv bemerkbar.

 

Die Unternehmen in diesen Wirtschaftsbereichen würden gemäß Umfragen sogar gerne noch viel mehr Mitarbeiter einstellen. Der zeitaufwändige Such- und Findungsprozess zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern verhindert dies allerdings. Viele potenzielle Arbeitskräfte bleiben dem Arbeitsmarkt zudem offenbar noch fern. Eingeschränkte Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, die anhaltende Sorge vor einer Corona-Erkrankung oder die vergleichsweise generösen Arbeitslosengelder sind mögliche Erklärungen hierfür. Der Lohndruck nahm daher in einzelnen Sektoren, wie dem Freizeitbereich, im Mai deutlicher zu. Dabei dürfte es sich aber nur um eine kurzfristige Entwicklung handeln. Insgesamt spricht die noch angespannte Arbeitsmarktlage gegen stark steigende Löhne. Im Vergleich zum Februar 2020 fehlen schließlich noch mehr als 7,6 Millionen Jobs.

 

In anderen Sektoren ist der Arbeitskräftebedarf zudem gedämpft. In der Industrie fiel der Beschäftigungszuwachs mit 23.000 gegenüber April erneut enttäuschend aus und im eigentlich boomenden Baubereich wurden sogar Arbeitsplätze abgebaut. Die aktuelle Knappheit an Rohstoffen und wichtigen Komponenten bereitet diesen Sektoren offenbar weiterhin Schwierigkeiten, und hält die Unternehmen von Neueinstellungen ab.

Alexander Buhrow

 

 

 

 


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