Euro-Raum: Inflationsrate steigt im Mai auf 2,0%!

Im Mai hat sich die Beschleunigung des Preisauftriebs im Euro-Raum weiter fortgesetzt. Nach einer Jahresrate von 1,6% im April verteuerten sich die Güter und Dienstleistungen im Warenkorb jetzt um 2,0%. Den Löwenanteil daran machten einmal mehr die Energiepreise aus. Auch für die industriellen Güter und für Dienstleistungen musste etwas mehr bezahlt werden. Bei Nahrungsmitteln war die Preisentwicklung unauffällig.

 

Unter den großen Mitgliedsländern zeigt sich dabei ein einheitliches Bild steigender Inflationsraten. In Deutschland stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) im Vorjahresvergleich im Mai von 2,1% auf 2,4%, in Frankreich von 1,6% auf 1,8%, in Spanien sogar von 2,0% auf 2,4% und in Italien von 1,0% auf 1,3%.

 

Der Preisaufstieg im Euro-Raum beschleunigt sich also weiter und daran wird sich auch in den kommenden Monaten nicht viel ändern. Der Preis für Rohöl liegt deutlich über den pandemiebedingten Tiefs aus dem letzten Jahr. Dies lässt über das Tanken und Heizen die Energiepreise weiter steigen. Dieser Basiseffekt wird sich noch bis zum Jahresende fortsetzen.

 

Daneben haben sich wichtige Rohstoffe wie Holz oder Industriemetalle spürbar verteuert. Gemäß Umfragen wollen die Unternehmen den gestiegenen Preisdruck an die Kunden weitergeben. Auch im Agrarbereich kam es zwischenzeitlich zu deutlichen Preissteigerungen. Hinzu gesellt sich in Rahmen der voranschreitenden Öffnungen des Wirtschaftsgeschehens eine allmählich anziehende Konsumnachfrage, die zu höheren Preisen in verschiedenen Dienstleistungsbereichen wie Gastronomie, Beherbergung, Verkehr, Kultur und Freizeit führen dürfte.

 

Zunehmende Inflationsraten werden uns also in den kommenden Monaten weiter begleiten. Neben den Energiepreisen werden auch steigende Güter- und Dienstleistungspreise die Inflationsrate bis an die 3%-Marke anschieben. Allerdings wird nach unserer Ansicht dadurch kein neuer und langfristiger Inflationstrend eingeleitet. Vielmehr sind die meisten der beschriebenen Effekte transitorischer Natur. Daher sollte sich die Inflationsentwicklung im kommenden Jahr mit dem Auslaufen der genannten Sonder- und Basiseffekte wieder abflachen und normalisieren.

 

Dr. Christoph Swonke

 

 


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