Hohe Kosten für Energie und Rohstoffe: Importpreisanstieg auf 10-Jahres-Hoch

Die deutschen Importpreise lagen im April um 10,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat – das ist der kräftigste Anstieg seit dem Jahr 2010. Den größten Beitrag dazu lieferten die Energieeinfuhren, deren Preis sich seit April 2020 mehr als verdoppelt hat. Erdöl allein weist eine Teuerungsrate von 198 Prozent auf. Diese enormen Aufschläge hängen vor allem mit dem Absturz des Ölpreises im April 2020 zusammen, als der erste Lockdown zu Panik auf dem Ölmarkt geführt hatte.

 

Aber auch ohne die Energiepreise gehen die Kosten für Importe derzeit kräftig nach oben – um 4,8 Prozent im Vergleich zum April 2020. Rohstoffe wie Eisenerze, Kupfer und andere Nicht-Eisen-Metalle haben sich stark verteuert. Das liegt vor allem am Boom im Industriebereich, den wir international beobachten können. Häufig reichen in den Förderländern die Kapazitäten nicht aus, um die hohe Rohstoffnachfrage befriedigen zu können.

 

Bei den konsumnäheren Gütern macht sich die Rohstoffpreis-Hausse bislang allerdings noch nicht bemerkbar. Die Einfuhren von Verbrauchs- und Gebrauchsgütern haben sich binnen Jahresfrist nicht nennenswert verteuert, Investitionsgüter haben sich sogar verbilligt. Für die kommenden Monate gehen wir aber davon aus, dass sich die Verteuerung der Rohstoffe – neben den bereits gestiegenen Heizöl- und Benzinpreisen – auch bei den Verbrauchern bemerkbar macht. Die produzierenden Unternehmen werden sicherlich versuchen, einen Teil ihres Kostenanstiegs an ihre Kunden weiterzugeben.

 

Dr. Michael Holstein

    


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