Diplomatische Fortschritte in Wien! Wann kommt das iranische Öl auf den Weltmarkt zurück?

Nachdem die letzte US-Administration unter Donald Trump 2018 aus dem Atomabkommen einseitig ausstieg, wurden scharfe Sanktionen gegen Teheran verhängt. Diese betrafen vor allem die Öl- und die Finanzindustrie. Als Folge waren einerseits die Ölexporte des Landes eingebrochen. Andererseits kam der internationale Geldtransfer zum Erliegen. Gleichzeitig sah sich Teheran auch nicht mehr an das Atomabkommen gebunden. Im Fokus des Abkommens stand, den Iran daran zu hindern, waffenfähiges Uran zu produzieren.

 

Nun wurde diese Woche in Wien um eine Wiederauflage des Atomabkommens gerungen. Am Verhandlungstisch saßen die EU, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China und Russland. Die US-Diplomaten nehmen nur indirekt Teil, weil man noch nicht beabsichtigt, direkt mit dem Iran zu verhandeln. Konkret ging es um einen Fahrplan, der klare Bedingungen formuliert, die vom Iran erfüllt werden müssen, bevor im Gegenzug die Sanktionen gelockert werden. Genauere Details sind noch nicht bekannt.

 

Über einen globalen Kurznachrichtendienst ließ der iranische Präsident Rohani heute bereits verlauten, dass ein Durchbruch unmittelbar bevorsteht und die Sanktionen schnell gelockert werden. Teheran will hier offensichtlich am besten noch vor den Wahlen am 18. Juni einen Erfolg vermelden, der dann sozusagen ein Abschiedsgeschenk Rohanis, der im Juni aus dem Amt scheidet, wäre. Auch Europa und Russland äußerten sich positiv, wenngleich beide davon ausgehen, dass die Verhandlungen Gestalt annehmen und noch keinen Durchbruch vermelden wollen. Wie werten die Annäherung im Atomkonflikt als diplomatischen Erfolg. Wir halten es aber für wahrscheinlich, dass die Ölausfuhren nur schrittweise steigen und auch nicht sofort, denn die USA wollen handfeste Belege dafür haben, dass die noch zu formulierenden Bedingungen tatsächlich auch erfüllt werden. In einer ersten Phase könnten die Ölexporte ab Herbst um 0,25-0,5 Millionen Barrel pro Tag (MMBD) gesteigert werden. Da wir in unserer Ölprognose einen kurzfristigen Preisrückgang auf 63 USD erwarten, sehen wir bei einer langsamen Rückkehr der iranischen Barrel keine Gefahr für unseren Prognosepfad.

 

— Gabor Vogel

   


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