USA: Inflationsrate sprintet bergauf, Gipfel aber in Sicht

Der Weg bergauf bereitet der Inflationsrate in den USA derzeit keine Mühe. Die Teuerungsrate stieg von 2,6% im März auf 4,2% im April. Besonders die Energiepreise geben ihr dabei Rückenwind. Denn der Weltmarktpreis für Rohöl der Sorte West Texas Intermediate bewegt sich nach dem Preissturz vom Frühjahr 2020 mittlerweile wieder auf Vorkrisenniveau. Dadurch entsteht für die Verbraucher – gegenüber dem Vorjahr gerechnet – vor allem bei Kraftstoffen ein starker Preisschub.

 

Für Unternehmen bietet die aktuelle Situation offenbar aber auch eine gute Gelegenheit für starke Preiserhöhungen bei einzelnen Dienstleistungen oder industriell gefertigten Gütern. Sie dürfen nun wieder öffnen oder ihre Kapazitäten voll ausschöpfen. Zeitgleich ist die Konsumnachfrage aufgrund der hohen Ersparnisse der Verbraucher und vor allem dank des gewaltigen Konjunkturpakets riesig. Die Preise werden daher schnell nach oben angepasst. Im April verteuerten sich zum Beispiel Hotelübernachtungen um fast 9% gegenüber dem Vormonat. Bei Flugtickets und Gebrauchtwagen stiegen die Preise jeweils um 10% im Vergleich zu März. Die Kernrate, die die volatilen Nahrungsmittel- und Energiepreise ausklammert, zog daher von zuvor 1,6% auf nun 3,0% an.

 

Insgesamt ist die aktuell schnell zunehmende Verbraucherpreisinflation damit vor allem Sonderfaktoren geschuldet. Wir gehen davon aus, dass die Inflationsrate im Mai noch ein Stück weiter nach oben klettert. Dann wird sie aber den Gipfel wohl erreicht haben und über den Sommer wieder absteigen, weil der Basiseffekt bei den Energiegütern allmählich an Kraft verliert und die Konsumschecks zu einem großen Teil aufgebraucht sein dürften.

 

Alexander Buhrow

 

 

 


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