Technologie-Branche profitiert von einem coronabedingten Sprung in die Zukunft

Wenig überraschend hat die Technologie-Branche in der Corona-Pandemie von einer spürbaren Beschleunigung der Digitalisierung in vielen Lebensbereichen profitiert. Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung erforderten plötzlich auch in Lebensbereichen und Branchen, die hiermit bisher wenig Kontakt hatten, den Umstieg auf Distanzlösungen. Videokonferenzen, Home Office, Home Schooling, aber auch eine sprunghaft gestiegene Nachfrage nach alternativer Freizeitgestaltung (insb. Gaming) seien hier als die prominentesten Stichworte genannt. Marktbeobachter schätzen, dass durch Corona die Digitalisierung um fünf Jahre beschleunigt wurde. Gefragt waren neben Hardware vor allem flexibel einsetzbare und für einen Remote-Zugriff geeignete Lösungen und Anwendungen. Dies trifft besonders auf cloudbasierte Anwendungen und Hybrid Cloud-Lösungen zu. Lizenzsoftware hingegen litt neben dem Trend zur Cloud unter einer, dem ungewissen konjunkturellen Umfeld geschuldeten, starken Zurückhaltung beim Um- und Aufsetzung größerer IT-Projekte.

S&P nahm im US-Technologie-Sektor, dem die meisten von S&P bewerteten Unternehmen angehören, 2020 zwar mehr negative Ratingaktionen vor als 2019. Allerdings waren diese Maßnahmen auf das erste Halbjahr und Emittenten im unteren Bereich der Ratingskala begrenzt. Im zweiten Halbjahr wurden mit der stärker als erwartet einsetzenden wirtschaftlichen Erholung einige dieser Aktionen wieder zurückgenommen. Dieser Schwung sollte auch 2021 anhalten. Besonders positiv entwickelten sich Anbieter von Software und Halbleitern.

In diesem Umfeld konnte vor allem der Branchenprimus Microsoft mit seiner breiten Diversifizierung und Abdeckung aller in der Pandemie besonders gefragten Bereiche profitieren. Ähnliches gilt für Apple, die eine verstärkte Nachfrage nach Laptops, Tablets und Anwendungen des Apple Stores verzeichneten. Bei IBM und SAP konnte das Wachstum der cloudbasierten und nicht transaktionsabhängigen Geschäftsbereiche den Rückgang in den von der Pandemie stärker betroffenen Bereichen wie Lizenzsoftware oder Consulting zumindest weitgehend kompensieren. Der Chiphersteller Infineon profitierte nicht nur von dem Digitalisierungstrend (inklusive Internet der Dinge, KI und 5G), sondern auch von weiteren langfristigen Trends wie Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Elektromobilität und Sicherheit.

— Nina Kilb


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Bernhard Wagner

31.05.2021 um 15:49

Kommentar wie gewohnt, kompakt, ohne Ausschweifungen auf den Punkt gebracht. Glückwunsch

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