Fiskalpolitisches Feuerwerk der Biden-Regierung

Kaum ist das riesige Corona-Hilfspaket im Umfang von 1,9 Bill. US-Dollar beschlossen und in die Umsetzung gegangen, schon kündigt die US-Regierung ein weiteres Riesen-Ausgabenprogramm an. Diesmal handelt es sich um das ebenfalls im Wahlkampf versprochene Infrastruktur-Investitionsprogramm. Mit einem Volumen von rund 2,3 Billionen US-Dollar soll es nach den vorliegenden Informationen sogar noch etwas über dem laufenden Hilfspaket liegen.

Damit wird der Wachstumspfad der US-Wirtschaft in diesem und den kommenden Jahren nochmals steiler verlaufen. Der Internationale Währungsfonds schätzt in seiner aktuellen Analyse, dass die Wirtschaftsleistung in den Vereinigten Staaten durch diese zusätzlichen Unterstützungsmaßnahmen bereits im Jahr 2022 höher ausfallen wird als in den Projektionen vor der Corona-Krise angenommen. Der Absturz aus dem Jahr 2020 ist also in kurzer Zeit mehr als wettgemacht. Der so generierte Boom wird auf die gesamte Weltwirtschaft ausstrahlen und dürfte die globale Wachstumsrate 2021/2022 auf die höchsten Werte seit den frühen 70er Jahren anheben.

Zunächst werden die zusätzlichen Ausgaben durch neue Schulden finanziert. Der IWF schätzt das US-Budgetdefizit 2021 und 2022 auf jeweils etwa 15% des US-BIP. Die Schuldenquote dürfte schon dieses Jahr auf mehr als 130% der Wirtschaftsleistung anstiegen. Allein mit kräftigem Wachstum wird dieser Schuldenberg kaum abzubauen sein. Ob die fiskalpolitische Disziplin in Zukunft ausreichen wird, um die Schuldenquote merklich zu reduzieren, darf zumindest angezweifelt werden.

-- Dr. Michael Holstein


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