EWU-Inflation steigt im März deutlich an

Im März zogen die Verbraucherpreise im Euro-Raum wieder sichtlich stärker an. Nachdem die Inflationsrate im Januar und Februar bei 0,9% gelegen hatte, stieg sie nach vorläufigen Daten auf nun 1,3%. Den Löwenanteil daran machten einmal mehr die Energiepreise aus. Schließlich hat sich der Preis für Rohöl gegenüber März 2020 – also dem Monat, in dem die Corona-Pandemie Europa voll erfasste und in den ersten Lockdown zwang – inzwischen fast verdoppelt. Und dies spüren die Verbraucher beim Tanken und Heizen. Der Preisauftrieb bei den industriellen Gütern schwächte sich dagegen etwas ab. Bei Nahrungsmitteln und Dienstleistungen war die Preisentwicklung unauffällig.

Unter den großen Mitgliedsländern zeigt sich dabei ein fast einheitliches Bild. Soweit schon Details dazu bekanntgegeben wurden, legten überall die Preise für Energie zu. In Deutschland stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) im März von 1,6% auf 2,0%, in Frankreich von 0,8% auf 1,4% und in Spanien sogar von -0,1% auf 1,2%. Nur in Italien ging der Preisdruck von 1,0% auf 0,6% etwas zurück.

Der Preisaufstieg im Euro-Raum beschleunigt sich also derzeit und daran wird sich auch in den kommenden Monaten nicht viel ändern. Im vergangenen Jahr war der Preis für Rohöl pandemiebedingt außerordentlich stark eingebrochen. Dieser Rückgang ist inzwischen aufgeholt, daher fallen die Preise an den Tanksäulen im Vorjahresvergleich höher aus. Dieser technische Nachholeffekt wird sich noch bis zum Jahresende fortsetzen. Hinzukommen noch länderspezifische Effekte wie die Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung in Deutschland aus dem letzten Jahr. Im Jahresdurchschnitt 2021 dürfte die Inflationsrate im Euro-Raum daher bei 1,6% liegen.

— Dr. Christoph Swonke


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