US-Arbeitsmarkt läuft sich warm

Nach der Winterpause läuft sich der US-Arbeitsmarkt allmählich warm. Im Februar wurden 379 Tausend Arbeitsplätze gegenüber dem Vormonat geschaffen – doppelt so viele wie im Januar. Auch die Arbeitslosenquote ging weiter zurück, wenn auch nur leicht. Sie liegt nun bei 6,2 Prozent, nach 6,3 Prozent im Januar.

Der erfreulichen Entwicklung liegen wohl vor allem zwei Faktoren zugrunde: Erstens hat sich das Corona-Neuinfektionsgeschehen in den letzten Wochen in den USA erheblich verlangsamt. In einigen Staaten konnten dadurch Lockdown-Maßnahmen gelockert werden. Besonders die Unternehmen aus dem Freizeit- und Beherbergungsbereich stellten daher im Februar wieder deutlich mehr Personal ein. Zweitens hat sich offenbar auch die Konsumfreude der Verbraucher positiv auf die Arbeitsmarktlage ausgewirkt. Das Ende Dezember 2020 verabschiedete Konjunkturpaket motivierte wohl viele US-Bürger zum Shoppen. Dies dürfte das moderate Beschäftigungsplus in anderen Dienstleistungsbereichen wie dem Einzelhandel erklären.

Trotz des guten Fortschritts im Februar sind die Spuren der Corona-Pandemie am Arbeitsmarkt aber noch klar zu erkennen: So lag die Arbeitslosenquote vor einem Jahr mit 3,5 Prozent noch sichtlich niedriger. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau vom Februar 2020 fehlen etwa 9,5 Mio. Jobs. Zudem ist von den derzeit arbeitslos gemeldeten Personen ein großer Teil mittlerweile in die Langzeitarbeitslosigkeit gefallen, das heißt die Arbeitslosigkeit dauert schon seit mindestens 27 Wochen an. Für diese Personen wird der Einstieg in den Arbeitsmarkt immer schwieriger. Auch wenn in den kommenden Monaten die Beschäftigung mit der erwarteten kräftigen konjunkturellen Belebung deutlich zulegen dürfte, ist der Arbeitsmarkt noch längst nicht wieder fit. Das spricht gegen eine „Überhitzung“ der US-Wirtschaft.

-- Alexander Buhrow


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