Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Industrie verhindert Schlimmeres

Die Gesamtstimmungslage der Einkaufsmanager im Euro-Raum hat sich im Februar leicht verbessert. Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex zur Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe und unter den Dienstleistern stieg von 47,8 auf 48,1 Punkte. Trotz der Verbesserung bleibt die Messzahl unterhalb der neutralen Marke von 50 Indexpunkten und gibt das Signal weiterhin schwieriger Wirtschaftsbedingungen. Dies entspricht insgesamt unserem Prognosebild: Die pandemie-bedingten Einschränkungen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens dürften die Euro-Raum-Wirtschaft im ersten Quartal 2021 erneut gebremst haben. Hinter der Bewegung im Februar steht eine nach wie vor kräftige Industriekonjunktur, die Schlimmeres verhindert, während der Dienstleistungsbereich tiefer in den rezessiven Bereich rutscht.

Ähnlich wie im Euro-Raum insgesamt, verhält es sich auch in Deutschland: Tristesse bei den Dienstleistern und Hochstimmung im verarbeitenden Gewerbe. Die Stimmungswerte in der Industrie fallen wesentlich optimistischer aus und klettern dank eines starken Exportgeschäfts mit 60,6 Indexpunkten sogar auf den höchsten Wert seit drei Jahren. Die Industrie federt zwar gesamtwirtschaftlich viel ab, die Misere im Dienstleistungsbereich belastet aber weiterhin deutlich. Für das erste Quartal in Deutschland bleiben wir daher skeptisch.

Auch in Frankreich zeigt sich das verarbeitende Gewerbe in besserer Laune als zuvor. Dies reicht aber nicht, die miserable Stimmung der gebeutelten Dienstleister auszugleichen. Fehlende Öffnungsmöglichkeiten und ein sinkendes Neugeschäft machen dem Dienstleistungsbereich immer mehr zu schaffen. Hier verfinstern sich die Einschätzungen so stark, dass auch der Composite-Index 2,5 Zähler verliert und auf 45,2 Punkte abrutscht.

Dr. Christoph Swonke


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