Die Corona-Rezession wird kommen - aber wie tief wird sie sein?

Die Entwicklung der Infektionsfälle mit dem Corona-Virus verläuft in den betroffenen Ländern außerhalb von China derzeit sehr ähnlich wie vor einigen Wochen in China selbst. Man muss also auch für die nächsten Tage einen kräftigen Anstieg der Zahl der Neuerkrankungen erwarten. Die aktuelle Politik der Bundesregierung zielt darauf ab, dass man Zeit gewinnt, indem man den schnellen Anstieg der Neuinfektionen so weit wie möglich verlangsamt. So will man die Stabilität des Gesundheitswesens sicherstellen. In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen ist das sicherlich die richtige Strategie.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise lassen sich weiterhin nur schwer abschätzen. Es ist aber relativ sicher, dass die meisten Industrieländer im ersten Halbjahr 2020 in eine mehr oder weniger tiefe Rezession fallen werden. Für Italien muss man sicherlich mit einer tiefen wirtschaftlichen und strukturellen Krise rechnen. Vor diesem Hintergrund sind die zuletzt beschlossenen fiskalischen Hilfspakete der Europäischen Union und der Einzelländer zweifellos richtig. Auch wenn die Fiskalmaßnahmen vermutlich im Laufe der nächsten Zeit noch nachjustiert werden müssen.

Die hektisch wirkenden Aktionen der Zentralbanken sind dagegen aus meiner Sicht eher als Aktionismus zu werten. Sie werden allerdings von den Marktteilnehmern erwartet und teils vehement eingefordert. Daher besteht die Gefahr, dass sich die Abwärtsspirale an den Finanzmärkten verschärfen könnte, sollten sich die Notenbanken diesem Erwartungsdruck nicht beugen.


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