Schwache Konjunktur, entschlossene Notenbanken

Der Abgesang auf die deutsche Konjunktur kam zu früh. Die Untergangsszenarien, die in den letzten Wochen teilweise verbreitet wurden, waren überzogen. Die Rezession ist nicht eingetreten. Das Wachstum im dritten Quartal war zwar schwach, aber es war positiv. Das entspricht auch dem Bild, das wir in unserer Konjunktureinschätzung gezeichnet hatten. Allerdings waren wir damit zunehmend in eine Minderheitsposition geraten.

Natürlich ist das Wachstum in Deutschland nicht zufriedenstellend, die Rate liegt nur noch knapp über der Nulllinie. Der Gegenwind vom Welthandel ließ die Orders in der Industrie wegbrechen, die Unternehmen schrauben die Produktion zurück und warten mit Investitionen erst einmal ab. Die Konsumnachfrage ist zwar stabil und die Bauwirtschaft kann sich vor Aufträgen immer noch kaum retten, aber für ein stabiles Wachstum der Gesamtwirtschaft reicht das nicht aus. Dafür muss auch das internationale Geschäft wieder besser laufen, und hier ist eine wirkliche Trendwende noch nicht abzusehen.

Damit steht der weiteren Lockerung der internationalen Geldpolitik aus Sicht der Notenbanken sicherlich nichts im Wege. Schon in den letzten Monaten sah sich eine wachsende Zahl von Zentralbanken genötigt, neue expansive Maßnahmen auf den Weg zu bringen oder diese zumindest perspektivisch in Aussicht zu stellen. Auch im Jahr 2020 wird sich daran kaum etwas ändern. Eine eindeutige Abkehr von der globalen ultra-expansiven Geldpolitik der vergangenen Jahre ist somit auf absehbare Zeit nicht wahrscheinlich.


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