Pyrrhussieg

Der Handelsstreit entwickelt sich zu einem endlos erscheinenden Hin und Her von Zollerhöhungen durch die US Regierung und Gegenreaktionen der chinesischen Regierung. Offizielles Ziel der USA ist es weiterhin ein Handelsabkommen mit China zu erreichen. Die Gesprächsbereitschaft der chinesischen Regierung möchte man eben mit diesen Maßnahmen erhöhen. Sicherlich, bislang haben die Zollerhöhungen auch Wirkung gezeigt. Die Wachstumsdynamik der chinesischen Volkswirtschaft hat nachgelassen. Jedoch bleibt die Frage, ob die höheren US Zölle auf chinesische Waren China tatsächlich so stark treffen, dass man am Ende weitreichende Zugeständnisse machen wird. Die Zölle könnten auch zum Bumerang werden, falls die Konsumenten mit höheren Preisen konfrontiert werden. Wenn dann die Zustimmungswerte für den Kurs von US-Präsident Trump sinken, könnte der US-Präsident schnell in Erklärungsnot kommen.

Die Kollateralschäden dieser Politik – schwächeres Weltwachstum, geringere Investitionen und fallende Aktienmärkte – bieten hier bereits einen Vorgeschmack. Hier hat man aber bereits den Schuldigen ausgemacht, nämlich die US Notenbank. Nach der Überzeugung von US-Präsident Trump müsse die Fed nur die Notenbankzinsen kräftig senken, damit sich das Wachstum wieder besser entwickelt. Unabhängig davon, dass politische Ratschläge dieser Art nicht hilfreich sind, fehlt hier bei vielen Akteuren auch der Glaube, dass Zinssenkungen weiterhin ein Allheilmittel sind. Der konfrontative Politikstil der US Regierung dürfte mittelfristig Wachstum kosten, unabhängig von möglichen Zinssenkungen.


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