Konjunkturmotor in Deutschland läuft langsamer

Der deutsche Konjunkturmotor läuft noch, aber nicht mehr so schnell wie im letzten Jahr. Die Belastungen aus dem internationalen Umfeld haben nicht nur zu einer Eintrübung des Geschäftsklimas geführt, sondern sich auch in den „harten“ Daten niedergeschlagen. Das zeigen auch die teilweise etwas enttäuschenden Juni-Daten zur Industrieproduktion und zum Außenhandel.

Immerhin hat das abgelaufene zweite Quartal aber gegenüber dem Jahresbeginn wieder eine leichte Verbesserung gebracht. Die Produktion in der Industrie hat im Quartalsvergleich etwas zugelegt, nach der Stagnation im ersten Vierteljahr. Der Auftragsbestand ist immer noch hoch, auch wenn nun merklich weniger Neuaufträge eingehen. Ein Abschwung ist in der Industrie also noch nicht in Sicht, eine gemäßigtere Gangart aber festzustellen.

Das liegt vor allem am gedämpften Exportausblick. Die Ausfuhren legten zwischen April und Juni wieder zu, nachdem sie zu Jahresbeginn noch nachgegeben hatten. Die Importe stiegen im Frühjahr allerdings noch stärker als die Exporte, so dass der Außenhandel insgesamt die Wirtschaft leicht gebremst hat.

Die heimische Konjunktur läuft dagegen immer noch rund. Vor allem der Bau ist weiterhin eine wichtige Wachstumsstütze. Im zweiten Quartal nahm die Produktion im Baugewerbe erneut kräftig zu, die Stimmung bei den Bauunternehmen ist prächtig. Und auch im Einzelhandel läuft es nach dem Dämpfer im ersten Quartal wieder besser.

Insgesamt rechnen wir für das zweite Quartal mit einer gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate von 0,4%, das wäre etwas höher als in Q1 mit 0,3%. Damit dürfte das Wachstum hierzulande im Frühjahr immerhin merklich kräftiger gewesen sein als in Frankreich und Italien, wo nach ersten Schätzungen jeweils nur eine Zuwachsrate von 0,2 Prozent zu Buche steht. Auch der Euro-Raum-Durchschnitt von 0,3 Prozent (gemäß Erstschätzung von Eurostat) dürfte leicht übertroffen worden sein. Die Daten zum deutschen Bruttoinlandsprodukt werden am 14. August veröffentlicht.


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