USA

Gewinnsprung bei US-Unternehmen

In dieser Woche werden 81 der S&P 500-Unternehmen über den Geschäftsverlauf im ersten Quartal berichten. Im S&P 500 wird erwartet, dass der Umsatz der Unternehmen um neun Prozent gestiegen ist. Die Nettogewinne dürften im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar um fast ein Drittel gestiegen sein. Das wäre der stärkste Gewinnanstieg seit dem 3. Quartal 2010. Das hohe Gewinnwachstum ist vor allem auf die niedrige Basis im Vergleichszeitraum zurückzuführen. Bekanntlich ist die Wirtschaft im 1. Quartal 2020 durch das erstmalige Auftreten des Corona-Virus besonders stark eingebrochen. Unternehmen aus Branchen, die vor einem Jahr besonders gelitten haben (u.a. Banken, nicht-zyklische Konsumgüter, Werkstoffe/Materialien), wachsen nun schneller als der Markt. Dagegen dürften die Gewinne der Unternehmen aus den Sektoren Industrie und Energie gesunken sein. Technologie- und Internettitel schultern weiterhin den Großteil der dynamischen Gewinnentwicklung. Hier erwarten wir eine Ausweitung der Unternehmensgewinne um ein Viertel. Das ist zwar ein etwas langsameres Wachstum als der Markt, aber…

Vereinigte Staaten im Kaufrausch

Deutliche Beschäftigungsgewinne am Arbeitsmarkt, die Lockerung von Corona-Restriktionen und vor allem das riesige Konjunkturpaket von Mitte März haben in den USA einen Kaufrausch entfacht. Besonders die darin enthaltenen Direktzahlungen an die Haushalte motivierten die Verbraucher offenbar zum Shoppen. Um etwa 55 Mrd. US-Dollar oder fast 10% nahmen die Einzelhandelsumsätze im März gegenüber Februar zu. Die Nachfrage stieg dabei in nahezu allen Bereichen des Handels kräftig, zweistellige Zuwächse beim Umsatz wurden zum Beispiel bei Autos, Freizeitgütern und Bekleidung verzeichnet. Der Einzelhandel dürfte auch in den kommenden Monaten von Konjunkturmaßnahmen profitieren, selbst wenn sich die Konsumnachfrage zusehends auf Dienstleistungen verlagern dürften, bei denen noch deutlicher Nachholbedarf besteht. Schließlich haben die US-Bürger bislang offenbar nur einen kleinen Teil ihrer „Konsumschecks“ aufgebraucht, deren gesamtes Volumen etwa 410 Mrd. US-Dollar beträgt. Besonders im laufenden zweiten Quartal ist daher mit kräftigem Wirtschaftswachstum zu rechnen. Der Konjunkturausblick für die US-Wirtschaft ist entsprechend sehr gut. Bezogen auf das…

USA: Inflationsrate springt kräftig in die Höhe

Die Inflationsrate in den USA hat im März mit Leichtigkeit die 2%-Marke überwunden. Sie sprang von 1,7% im Februar auf nun 2,6%. Dabei verliehen ihr vor allem die Energiepreise deutlichen Auftrieb. Der Weltmarktpreis für Rohöl der US-Sorte WTI bewegt sich mittlerweile wieder auf dem Vorkrisenniveau, nachdem er im Frühjahr 2020 kräftig eingebrochen war. Besonders über die Kraftstoffpreise bekommen die Verbraucher die Teuerung nun zu spüren. Trotz des zuletzt deutlich verstärkten Preisauftriebs hat die Inflationsrate im März nur ein Zwischenziel erreicht. Als nächstes dürfte sie zum Sprung über die 3%-Marke ansetzen. In den kommenden Monaten wird sie auch diese wohl klar hinter sich lassen. Die Energiepreise bleiben gegenüber dem Vorjahr gerechnet dabei eine treibende Kraft, auch wenn der Weltmarktpreis für Rohöl auf Sicht von drei Monaten etwas niedriger tendieren dürfte. Mit der starken Konsumnachfrage, die vor allem durch die im 1,9 Bio. US-Dollar schweren Konjunkturpaket enthaltenen Direktzahlungen an die Haushalte entfacht…

Fiskalpolitisches Feuerwerk der Biden-Regierung

Kaum ist das riesige Corona-Hilfspaket im Umfang von 1,9 Bill. US-Dollar beschlossen und in die Umsetzung gegangen, schon kündigt die US-Regierung ein weiteres Riesen-Ausgabenprogramm an. Diesmal handelt es sich um das ebenfalls im Wahlkampf versprochene Infrastruktur-Investitionsprogramm. Mit einem Volumen von rund 2,3 Billionen US-Dollar soll es nach den vorliegenden Informationen sogar noch etwas über dem laufenden Hilfspaket liegen. Damit wird der Wachstumspfad der US-Wirtschaft in diesem und den kommenden Jahren nochmals steiler verlaufen. Der Internationale Währungsfonds schätzt in seiner aktuellen Analyse, dass die Wirtschaftsleistung in den Vereinigten Staaten durch diese zusätzlichen Unterstützungsmaßnahmen bereits im Jahr 2022 höher ausfallen wird als in den Projektionen vor der Corona-Krise angenommen. Der Absturz aus dem Jahr 2020 ist also in kurzer Zeit mehr als wettgemacht. Der so generierte Boom wird auf die gesamte Weltwirtschaft ausstrahlen und dürfte die globale Wachstumsrate 2021/2022 auf die höchsten Werte seit den frühen 70er Jahren anheben. Zunächst werden die…

US-Konjunkturpaket: Klotzen statt kleckern

Die Demokraten im US-Kongress haben in den letzten Tagen eifrig ein riesiges Konjunkturpaket geschnürt. Der Umfang der Konjunkturmaßnahmen von 1,9 Billionen US-Dollar entspricht etwa neun Prozent der Wirtschaftsleistung vom vergangenen Jahr. Joe Biden kann – als Initiator des Pakets – mit dem Ergebnis zufrieden sein, er wird wohl am morgigen Freitag, den 12. März, seine Zustimmung geben. Das Konjunkturpaket dürfte der US-Wirtschaft in den kommenden Monaten einen kräftigen Schub geben. Vor allem die Direktzahlungen an die Haushalte haben sich in den vorherigen Runden als ein effektives Mittel erwiesen, um die Wirtschaft schnell zu stimulieren. Noch im März könnten die ersten 1.400 US-Dollar Konsumschecks aus dem aktuellen Konjunkturpaket an die Haushalte versendet werden, so Biden. Daher ist vor allem im zweiten Quartal 2021 mit einem „Konsumboom“ zu rechnen. Gestützt wird dieser zusätzlich durch den relativ guten Fortschritt bei den Corona-Impfungen. Insgesamt rechnen wir für die USA im laufenden Jahr mit einer…

EZB bekämpft Renditeanstieg

In den zurückliegenden Wochen sind die zehnjährigen Renditen dies und jenseits des Atlantiks synchron und teils deutlich angestiegen. In den USA haben die US-Währungshüter erklärt, dass sie sich dem jüngst gesehenen Anstieg der US-Renditen nicht in den Weg stellen werden. So sehen die Fed-Oberen die Renditeentwicklung als „Vertrauensbeweis“ in den Konjunkturaufschwung.  Im weiteren Verlauf des Jahres dürfte sich der wirtschaftliche Aufschwung kräftig beschleunigen. In diesem Zuge wird der Preisdruck zumindest temporär zunehmen. In Anbetracht dieser Perspektiven – robuste Konjunktur und steigende Inflationsraten – ist auch ein moderater Anstieg der Renditen gerechtfertigt und für die Wirtschaft zu verkraften. Zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung der steigenden Renditen wird die US-Notenbank wohl nicht ergreifen. Aufgrund des schnellen Impffortschritts und der umfangreichen geld- sowie fiskalpolitischen Hilfen könnte der Druck auf die US-Renditen kurzfristig hoch bleiben. Hier besteht die Gefahr, dass die zehnjährigen Bundrenditen mitgezogen werden. Eine große Errungenschaft der Europäischen Zentralbank seit der Eurokrise war…

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