USA

Der US-Dollar und seine Hassliebe zu steigenden US-Renditen

Es gibt wenig Themen, die neben Covid-19 derzeit einen Platz in der Diskussion haben, der US-Zinsanstieg der letzten Wochen gehört fraglos dazu. Doch während sich die Ereignisse am Rentenmarkt überschlagen, beobachtet der Dollar diese Entwicklung geradezu lethargisch. Insbesondere ist nichts von der USD-Aufwertung zu sehen, die viele Beobachter angesichts der höheren US-Renditen erwartet hätten. Wie kann es sein, dass der Dollar diese „Mutter aller Fundamental-Argumente“ so konsequent ignoriert? Wer die Bewegung von Dollar und Zins nur isoliert von der US-Seite aus betrachtet, vernachlässigt, dass es am FX-Markt immer um die relative Attraktivität geht und jeder Wechselkurs zwei Seiten hat. Und in der Tat lässt sich die ambivalente USD-Reaktion gut durch den Zins-Spread zu anderen Währungen erklären. Während der Reflation Trade im Januar nur ein US-Thema war, wurde der Ausverkauf am Rentenmarkt im Februar zum globalen Phänomen. In Deutschland reicht der Renditeanstieg zwar nicht an die US-Dynamik heran, andere Länder wie…

Leidet die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken unter Corona?

Seit Ausbruch der Gesundheitskrise sind massive Interventionen der Notenbanken und Staaten zu beobachten. Die Regierungen der westlichen Industrieländer setzen auf gigantische Konjunkturpakete. In der Folge sind die staatlichen Defizite stark angestiegen und die Verschuldung in vielen Ländern ist auf historische Niveaus geklettert. Im gleichen Zuge weiten die Zentralbanken ihre Bilanzen erneut kräftig aus, indem sie die Staatsanleihen kaufen, die die Regierungen derzeit zur Bekämpfung der Gesundheitskrise begeben müssen. Die aktuelle Symbiose von Fiskalpolitik und Geldpolitik wird von einigen Marktteilnehmern kritisch beäugt. Am Kapitalmarkt kommen Sorgen auf, ob die Zentralbanken nicht zwangsverpflichtet werden, die Anleihekäufe zeitlich länger aufrechtzuerhalten als nötig. Hinter dieser Überlegung steht, dass die Währungshüter die Finanzierungskosten für die Regierungen längerfristig niedrig halten, damit der starke Schuldenanstieg über niedrige Renditen finanzierbar bleibt. In diesem Fall würde die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken leiden. Die Glaubwürdigkeit einer Zentralbank wird unseres Erachtens von drei Fragen beeinflusst. Können die Notenbanken mit der extrem expansiven…

USA: Konjunkturmaßnahmen zeigen kräftige Wirkung

Im US-Einzelhandel klingelten im Januar die Kassen: Um satte 5,3 Prozent stiegen die Umsätze gegenüber Dezember an. In einzelnen Warengruppen fiel das Plus sogar noch wesentlich höher aus. So nahmen die Umsätze mit Möbeln und Elektronikartikeln jeweils zweistellig zu. Auch Freizeit- und Sportartikel wurden viel stärker als im Vormonat nachgefragt. Nach drei Monaten mit rückläufigen Umsatzzahlen kann der Einzelhandel also einen beachtlichen Erfolg vermelden! Angesichts des nach wie vor sichtlich getrübten Konsumklimas, der aktuell schwierigen Arbeitsmarktlage und der immer noch sehr hohen Zahl von Corona-Neuinfektionen in den USA ist das überraschend. Was hat die Konsumenten plötzlich dazu bewogen, dennoch ausgiebig shoppen zu gehen? Im Wesentlichen hat wohl das Ende Dezember im Kongress verabschiedete 900 Mrd. US-Dollar schwere Konjunkturpaket eine erhebliche Wirkung gezeigt. Damit wurden nicht nur die Bundeszuschüsse zur Arbeitslosenhilfe verlängert, sondern auch Direktzahlungen an die Haushalte in Höhe von 600 US-Dollar pro Person geleistet. Etwa 166 Mrd. US-Dollar hat…

Euro-Raum und USA: Stärkere Inflation 2021 ist ein Ausreißer

Die Inflation hat sich im Euro-Raum und in den USA im vergangenen Jahr krisenbedingt deutlich abgeschwächt, in der EWU rutschte die Teuerungsrate zeitweise sogar in den negativen Bereich. Rohöl hat sich zum Jahresauftakt 2021 aber wieder spürbar verteuert, konjunkturell steht ein „Post-Corona-Boom“ bevor und in den USA verfolgt die neue Regierung eine expansive Fiskalpolitik. Der Preisdruck steigt damit. Kommt nach der Pandemie die große Inflation?  Tatsächlich dürften die Teuerungsraten im Euro-Raum und in den USA 2021 deutlich anziehen. So rechnen wir mit einem Anstieg der Verbraucherpreise im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 2,6 Prozent in den USA und um 1,6 Prozent in der EWU. In einzelnen Monaten dürften die Inflationsraten sogar noch deutlich höher ausfallen: In den Vereinigten Staaten rechnen wir in der Spitze mit Teuerungsraten von etwas über drei Prozent im zweiten Quartal 2021 und in der EWU wird die Inflationsrate voraussichtlich im Spätsommer die Zwei-Prozent-Marke erklimmen. …

US-Unternehmen bei Einstellungen noch vorsichtig

Bei den Unternehmen in den USA ist die Zuversicht offensichtlich groß, dass die Wirtschaft bald wieder kräftig Fahrt aufnimmt. Die nach wie vor hohen Corona-Neuinfektionszahlen beeindrucken sie scheinbar kaum noch. Das geht zumindest aus aktuellen Stimmungsumfragen hervor.   Doch vor zahlreichen Neu- oder Wiedereinstellungen schrecken die Unternehmen noch sichtlich zurück, wie der jüngste Arbeitsmarktbericht zeigt. So wurden im Januar unterm Strich gegenüber dem Vormonat 49.000 Stellen geschaffen. Das ist immerhin ein Hoffnungsschimmer, die Erholung am Arbeitsmarkt geht grundsätzlich voran. Gerade im Hinblick auf den weiterhin enormen Aufholbedarf bei der Beschäftigung, besonders im Dienstleistungsbereich, ist der Fortschritt dann doch sehr klein. Die Arbeitslosenquote nahm zwar merklich ab, aber wohl vor allem, weil viele Arbeitslose entmutigt den Arbeitsmarkt verließen. Zudem berichtete die Statistikbehörde von möglichen Fehlklassifikationen, wodurch das tatsächliche Ausmaß der Arbeitslosigkeit unterschätzt werde. Aber selbst mit den gemeldeten 6,3 Prozent blieb die Arbeitslosenquote im Januar weit oberhalb des Vorkrisenniveaus von 3,5…

Harter Winter auch für die US-Wirtschaft

Die neue US-Regierung will den Impfprozess schnell voranbringen und mit enormen Geldsummen die Konjunktur antreiben. Die Unternehmen sind daher nahezu euphorisch, wie man zum Beispiel an den Einkaufsmanagerindizes von IHS Markit ablesen kann. Keine Frage: Der Konjunkturausblick für 2021 ist nach dem Corona-Krisenjahr 2020 sehr gut, wir rechnen sogar mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum in den USA von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.  Doch das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die US-Wirtschaft derzeit noch in einer schwierigen Lage steckt. Die Pandemie ist schließlich noch nicht vorbei, auch in den Vereinigten Staaten ist das Neuinfektionsgeschehen sehr hoch. Die konjunkturelle Erholung wird dadurch im Winter deutlich gebremst. Das bestätigen auch die jüngsten Zahlen zum Wirtschaftswachstum vom Schlussquartal 2020. Demnach ist die US-Wirtschaft in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres gegenüber dem Vorquartal mit einer annualisierten Rate von vier Prozent gewachsen. Damit steht sie zwar deutlich besser da als die Wirtschaft des Euro-Raums,…

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