Sonstige

Silberstreif am Horizont

Silber wandelt sich zum Zukunftsmetall, weil es besonders von drei Megatrends profitiert. Sowohl die Digitalisierung und der 5G-Ausbau als auch die Energiewende sind wichtige Nachfragetreiber bei Silber. Da die mobil zu verarbeitenden Datenmengen wegen der Trendthemen autonomes Fahren, digitale Logistikprozesse, Industrie 4.0 und Internet der Dinge („IoT“) immer größer werden, spielt die 5G-Technologie eine Schlüsselrolle in der neuen digitalen Welt. Seit Herbst 2020 ist der Kupferpreis um gut 35 Prozent gestiegen, wohingegen Silber, das von vergleichbaren Trends profitiert, hier nicht Schritt halten konnte. Die sich aufgetane Performance-Lücke macht Silber interessant. Wir rechnen damit, dass diese zugunsten des Silberpreises geschlossen wird. Da der Anteil der industriellen Nachfrage bei Silber in den vergangenen Jahren auf aktuell fast 60 Prozent gestiegen ist, dürfte sich Silber zukünftig von seinem Edelmetall-Status entfernen und eher als „verkapptes“ Industriemetall wahrgenommen werden. Damit kann Silber zunehmend aus dem Schatten seines großen Gold-Bruders treten. In einer zukünftigen 5G-vernetzten Welt…

EWU-Konjunktur: Kräftige Industrieerholung bringt weitere Aufhellung

Die drohende dritte Welle der Corona-Pandemie in Europa sorgt derzeit erneut für wachsende Verunsicherung. Die in den vergangenen Wochen vollzogenen Lockerungen in einigen Ländern könnten wieder rückgängig gemacht werden und eigentlich geplante Erleichterungen eventuell doch noch nicht kommen. Dessen ungeachtet verläuft die wirtschaftliche Erholung im Industriesektor ausgesprochen dynamisch. Weltweit steigen die Auftragszahlen und die Produktion wird kräftig ausgeweitet. Der Aufschwung in der Industrie lässt auch unseren DZ BANK Euro-Indikator seine Erholung im März fortsetzen. Er steigt um 0,6 Prozent auf 99,9 Punkte – 1,0 Prozent höher als im März 2020. Die Ergebnisse der aktuellen IHS-Markit-Umfrage unter den Einkaufsmanagern im verarbeitenden Gewerbe, die in die Berechnung unseres Euro-Indikators eingehen, deuten sogar auf das stärkste Wachstum der EWU-Industrie seit drei Jahren hin. Produktion und Auftragseingang legten im abgelaufenen Monat demnach jeweils kräftig zu, die Exportaufträge stiegen sogar so stark wie seit Januar 2018 nicht mehr. Die gute Stimmung in der Industrie zeigt…

EZB bestätigt eingeschlagenen geldpolitischen Kurs – der Zentralbank-Put wirkt weiter

Die europäischen Währungshüter haben im Zuge der heutigen Ratssitzung keine Anpassungen am geldpolitischen Instrumentenkasten vorgenommen und damit ihren im Dezember eingeschlagenen ultra-expansiven Kurs bestätigt. In Bezug auf das Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) haben die Währungshüter einerseits hervorgehoben, dass dessen Ankaufrahmen von derzeit 1.850 Mrd. Euro nicht zwingend ausgeschöpft muss. Anderseits könne dieser aber, wenn es zur Sicherstellung günstiger Finanzierungsbedingungen notwendig ist, nochmals aufgestockt werden. Die Symmetrie der Formulierung war Lagarde sehr wichtig. Der Rentenmarkt hat hierauf aber erstmal mit Schwäche reagiert. Eventuell befürchtet man, dass die EZB die Punschschüssel schon früh vom Tisch nimmt, wenn die Impfraten steigen und die Konjunktur dann wieder Fahrt aufnimmt. Die EZB-Chefin hat aber darüber hinaus die grundsätzliche Handlungsbereitschaft der Notenbank betont. Wir gehen davon aus, dass die Notenbank-Oberen auf absehbare Zeit keine Anpassungen an ihrem ultra-expansiven geldpolitischen Kurs vornehmen werden. Erst auf Jahressicht, wenn die Corona-Pandemie hoffentlich in den Hintergrund gerückt ist, muss…

China beendet Corona-Jahr 2020 mit kräftigem Schlussquartal

China ist immer wieder für eine Überraschung gut. Auch die aktuellen Zahlen zum Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr machen da keine Ausnahme. So ist die chinesische Wirtschaft im zurückliegenden Endquartal 2020 um 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen – ein gutes Stück kräftiger als erwartet, und das trotz des wieder schwierigeren Umfelds. China konnte damit nicht nur den abgerissenen Wachstumspfad der Vor-Corona-Zeit wiederaufnehmen, sondern das Wachstum vom Schlussquartal 2019 noch übertreffen. Für das Gesamtjahr 2020 steht nun ein BIP-Zuwachs von 2,3 Prozent zu Buche. Das ist zwar der niedrigste Anstieg seit Jahrzehnten. Damit zählt China aber zu den ganz wenigen Volkswirtschaften, die im vergangenen Jahr überhaupt gewachsen sind, während die Weltwirtschaft um schätzungsweise mehr als vier Prozent geschrumpft ist. Wichtigste Säule der kräftigen wirtschaftlichen Erholung war die für ein Krisenjahr verblüffend starke Exportkonjunktur. Chinas Exportindustrie profitierte zunächst von der hohen Nachfrage nach medizinischer Schutzausrüstung und Homeoffice-Ausstattung, danach von den verschobenen Konsumgewohnheiten…

November-Lockdown drosselt die britische Wirtschaft erneut

Seit dem 6. Januar herrscht in Großbritannien wieder ein strenger Lockdown. Die Verbreitung einer hochansteckenden Mutation des Corona-Virus hatte die Zahl der Neuinfektionen über Weihnachten und Neujahr erschreckend schnell in die Höhe schießen lassen. Damit befindet sich das Land inmitten der dritten Infektionswelle, nachdem es gerade erst die zweite Welle vom Herbst mehr schlecht als recht unter Kontrolle gebracht hatte. Für den gesamten November hatte Premierminister Boris Johnson dem öffentlichen Leben einen weitgehenden Stillstand verordnet – nicht-essentielle Geschäfte, Freizeiteinrichtungen sowie Pubs und Restaurants mussten schließen, Arbeitnehmer waren aufgerufen, von zu Hause zu arbeiten. Welche Auswirkungen die Maßnahmen auf die britische Wirtschaft hatten, zeigen die aktuellen Zahlen zur Wirtschaftsleistung. Das Bruttoinlandsprodukt sank im November um gut 2 ½ Prozent gegenüber dem Vormonat Oktober – verglichen mit dem Frühjahr ein relativ glimpfliches Ergebnis. Hart getroffen hat es allerdings erneut die Gastronomie, deren Output sich im Monatsvergleich fast halbierte. Der Groß- und Einzelhandel…

ESG Bonds boomen auch im Unternehmenssektor

Der Markt für in Euro denominierte nachhaltige Bonds boomt in fast allen Anleihekategorien. Unternehmensanleihen stellen hier keine Ausnahme dar. Nach dem bisherigen Rekordjahr 2019 (29,3 Mrd. Euro) belief sich das Volumen nachhaltiger Corporate Bonds Ende November 2020 bereits auf 37 Mrd. Euro. An der Marktstruktur hat sich dabei wenig verändert: Während in anderen Credit-Segmenten die Kategorien „Social“ und „Sustainability“ klar an Relevanz gewonnen haben, bleiben im Unternehmenssektor die Green Bonds das Nonplusultra. Dies gilt beispielsweise im Hinblick auf den Versorger-Sektor, der unverändert die dominierende Position innehat. Es lässt sich jedoch auch beobachten, dass branchenseitig das Angebot nachhaltiger Bonds vielfältiger geworden ist. So legten in diesem Jahr die Immobilien- und Automobilbranche an Bedeutung zu. Während die Immobilienunternehmen ihr Emissionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt haben, meldete sich der Automobil-Sektor erstmals seit 2017 überhaupt wieder mit Green Bonds zurück. Nachdem Daimler im September den Anfang gemacht hatte, folgten im gleichen…

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