Rohstoffmärkte

Ölpreis außer Rand und Band

Der Rohölpreis hakt in großen Schritten die Corona-Pandemie ab. Erste Marktauguren hantieren bereits mit dreistelligen Prognosen. Dass die Opec und andere Energiebehörden zuletzt ihre Nachfrageschätzungen für 2021 reduziert haben, wird vollständig ausgeblendet. Wir rechnen zwar damit, dass sich die Ölnachfrage in den nächsten Monaten zügig erholt, allerdings halten wir Vor-Corona-Niveaus erst Mitte 2022 für wahrscheinlich und nicht schon im Sommer 2021! Das aktuelle Ölpreisniveau ist unseres Erachtens ausschließlich liquiditätsgetrieben. Dies macht der „Backwardation-Trade“ möglich, den die stark abfallende Terminkurve erlaubt. Am langen Ende werden aktuell Rohölpreise bei etwa 55 USD gehandelt. Anleger können bei der aktuellen Terminkurven-Konstellation einen Rollertrag von etwas mehr als einem Prozent pro Monat realisieren. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld ist das geradezu üppig. Die Netto-Long-Position der Spekulanten stieg daraufhin spürbar an. Der Markt negiert ebenfalls die Flexibilität der Angebotsseite. Schon nächste Woche beim Opec-Meeting am 4. März dürfte eine Erhöhung der Ölproduktion beschlossen werden. Selbst Saudi-Arabien denkt bereits…

Rohöl geht steil

Bei Rohöl ist der Jahresstart mit einem Plus von 19 Prozent exzellent gelungen. In den letzten drei Monaten konnte das schwarze Gold um über 41 Prozent ansteigen und schnitt damit besser ab als viele andere Rohstoffe. Obwohl in den nächsten Wochen wegen der noch anhaltenden Lockdown-bedingten Nachfrageschwäche und den vorhandenen Risiken rund um das Thema Virusmutationen durchaus mit kleineren Preisrücksetzern zu rechnen ist, halten wir es dennoch wegen der verbesserten fundamentalen Ausgangslage für unwahrscheinlich, dass der Brent-Rohölpreis nochmal unter die Marke von 50 US-Dollar je Barrel taucht. Mit der jüngsten unilateralen Produktionskürzung Saudi-Arabiens bleibt der Rohölmarkt defizitär. Die sich im Frühjahr erholende Nachfrage wird dann zunächst noch auf ein geringes Angebot treffen, was die globalen Lagerbestände als Folge abschmelzen lassen wird. Zudem halten wir es für sehr wahrscheinlich, dass Investoren zunehmend auf den „Reflation-Trade“ setzen, weil die Inflationserwartung in den USA seit Jahresbeginn auf über zwei Prozent gestiegen ist. Pensionskassen,…

Redditees wollen Silbermarkt aufs Kreuz legen, aber sie dürften sich verheben

Die Redditees schlagen nun auch bei Silber zu. Der Silberpreis konnte die Marke von 30 US-Dollar zeitweise überspringen. Zurückzuführen ist der Anstieg auf einen Post in dem Forum „WallStreetBets“ auf der Social-Media-Plattform Reddit in dem behauptet wurde, Silber könne auf 1.000 USD steigen und sei der größte Short der Welt. Mittlerweile hat sich aber die Preis-Euphorie wieder etwas gelegt, allerdings flossen seit Freitag etwa 1,47 Milliarden USD in den größten Silber-ETF. Die GameStop-Taktik, also der breit angelegte Short-Squeeze, ist bei Silber nicht einfach umsetzbar. Wichtige Argumente, die dagegensprechen, sind: (1) Es gibt bei Silber keinen Short-Überhang. (2) Die Markttiefe ist bei Silber viel größer. Die Marktkapitalisierung des Computerspiele-Einzelhändlers lag Mitte Januar bei 1,4 Milliarden US-Dollar. Alleine in London ist in den Tresoren jedoch Silber im Wert von 32 Milliarden US-Dollar eingelagert. (3) Die fundamentale Ausgangslage ist bei Silber robust. Silber ist auch Industriemetall und profitiert von der starken Konjunkturerholung in…

Opec+ hat dazu gelernt

Noch im Frühjahr hatte die Opec+ wegen Uneinigkeiten den Ölpreis auf eine epische Talfahrt geschickt. Zum Corona-Nachfrageschock gesellten sich nämlich Produktionssteigerungen – ein perfekter Sturm also! Verspätet reagierte das Ölkartell dann doch und drosselte die Produktion erheblich. Vergangene Woche kam es zu einem weiteren Showdown in der Ölwelt. Diesmal ging es nicht um Produktionskürzungen, sondern um Fördererhöhungen. Also mit anderen Worten um die Frage, wieviel erhöht werden kann, ohne die Ölpreisstabilisierung der letzten Wochen zu konterkarieren. Es stand mit einer möglichen Erhöhung der Produktion von zwei Millionen Barrel pro Tag wieder viel auf dem Spiel, aber die Opec+ legte einen Produktionserhöhungsplan („Tapering der Kürzungsmaßnahmen“) vor, der positiv überraschte. Demnach wird im Januar die Produktion um 500.000 Barrel pro Tag angehoben. Des Weiteren wird monatlich entschieden, ob die Produktion jeweils in der Größenordnung von 500.000 Barrel in Abhängigkeit der Marktlage weiter erhöht oder wieder gesenkt wird. Dies halten wir für einen…

Partystimmung am Rohölmarkt

Mit BNT162 macht ein vielversprechender Impfstoff gegen Covid-19 einen großen Schritt in Richtung Zulassungsziel. Vor allem die nach Angaben der Impfstoffentwickler hohe Wirksamkeit von 90 Prozent konnte positiv überraschen. Diese Zahl ist nicht in Stein gemeißelt, da sie sich im Laufe des Studienfortgangs noch verändern kann. Zwar sind noch einige Fragen, wie zum Beispiel die Dauer der Wirksamkeit, offen, allerdings ist jetzt zumindest Licht am Ende des dunklen Pandemietunnels zu sehen. Dies reicht aus, um den Rohölmarkt in Ekstase zu versetzen. Brent-Rohöl legte in den letzten drei Tagen um über 12 Prozent zu. Ohne Zweifel könnte sich der in Lichtgeschwindigkeit entwickelte Impfstoff, sofern er zügig zugelassen wird, zum Game-Changer am Rohölmarkt entwickeln. Da es aber in punkto Produktion und Verteilung Restriktionen gibt, ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass wir zügig wieder zur präpandemischen Normalität übergehen – zumindest was die Rohölnachfrage betrifft. So werden die Benzin- und Kerosinnachfrage als Folge…

Megatrends treiben Metallnachfrage

Industriemetalle haben den Corona-Schock weitestgehend verdaut und die flaue wirtschaftliche Entwicklung scheint keinen nachhaltigen negativen Einfluss zu haben. Drei Megatreiber sorgen für eine stabile Nachfrage und sollten auch in den kommenden Jahren sich positiv auswirken; die Digitalisierung, die E-Mobilität und die Energiewende. Weltweit wird das Leben immer digitaler. Diese Entwicklung wurde durch die Corona-Krise zwar nicht ausgelöst, aber erheblich beschleunigt. Auch die Art zu arbeiten, ist durch Homeoffice und Online-Konferenzen oder Meetings eine andere geworden. Die voranschreitende Digitalisierung lässt die zu verarbeitenden Datenmengen exponentiell steigen. Neue Rechenzentren müssen auch für den Trend zum Cloud-Computing errichtet werden. Hierfür sind Metalle, die beispielsweise für Kühlungsanlagen, Verkabelungen und der Produktion von Halbleitern benötigt werden, unabdingbar. Auch die E-Mobilität kommt gerade, wenn es um die Batterieproduktion geht, an Kobalt, Lithium, Nickel nicht vorbei. In einem Elektroauto sind durchschnittlich 84 Kilogramm Kupfer verbaut. Sowohl das Betreiben von neuen Rechenzentren als auch die zunehmende Elektrifizierung der…

1 2 20