Rohstoffmärkte

Silberstreif am Horizont

Silber wandelt sich zum Zukunftsmetall, weil es besonders von drei Megatrends profitiert. Sowohl die Digitalisierung und der 5G-Ausbau als auch die Energiewende sind wichtige Nachfragetreiber bei Silber. Da die mobil zu verarbeitenden Datenmengen wegen der Trendthemen autonomes Fahren, digitale Logistikprozesse, Industrie 4.0 und Internet der Dinge („IoT“) immer größer werden, spielt die 5G-Technologie eine Schlüsselrolle in der neuen digitalen Welt. Seit Herbst 2020 ist der Kupferpreis um gut 35 Prozent gestiegen, wohingegen Silber, das von vergleichbaren Trends profitiert, hier nicht Schritt halten konnte. Die sich aufgetane Performance-Lücke macht Silber interessant. Wir rechnen damit, dass diese zugunsten des Silberpreises geschlossen wird. Da der Anteil der industriellen Nachfrage bei Silber in den vergangenen Jahren auf aktuell fast 60 Prozent gestiegen ist, dürfte sich Silber zukünftig von seinem Edelmetall-Status entfernen und eher als „verkapptes“ Industriemetall wahrgenommen werden. Damit kann Silber zunehmend aus dem Schatten seines großen Gold-Bruders treten. In einer zukünftigen 5G-vernetzten Welt…

Rohöl hakt Corona ab

Der Rohölpreis hakt in großen Schritten die Corona-Krise ab. Am Montag kletterte der Preis des schwarzen Goldes kurzzeitig über 70 USD. Mittlerweile ist die Notiz wieder etwas zurückgekommen, allerdings ist Brent-Rohöl seit Jahresbeginn mit einem Plus von fast 30 Prozent der unangefochtene Star in der Rohstoff-Arena. Die Opec+ hat es unserer Ansicht nach letzte Woche verpasst, den Rohölmarkt zu normalisieren. Einen Produktionsanstieg von 0,5 Millionen Barrel pro Tag (MMBD) hätte der Rohölmarkt ob der laufenden Nachfrageerholung problemlos aufnehmen können. Da bei den aktuellen Preisen einige Wüstenstaaten wieder im fiskalischen Plus sind, stellen wir die Kürzungsdisziplin des Kartells zunehmend in Frage. Zudem provoziert man nun eine stärkere Produktionserhöhung der US-Fracker. Zuletzt wurden wegen des Drohnenangriffs auf ein Öl-Exportterminal von Saudi Aramco Erinnerungen an den September 2019 wach. Seinerzeit kam es ebenfalls zu einem Raketenangriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien. Der aktuelle Knappheitsgrad (Marktdefizit) lag im Herbst 2019 in etwa auf dem aktuellen…

Opec+ verleiht dem Rohölpreis Flügel

Opec+ hat den Rohölmarkt wieder einmal völlig überrascht. Von allen vorhandenen Handlungsoptionen hat sich das Kartell für die entschieden, die am Markt als sehr unwahrscheinlich eingestuft wurde. Dies zeigt einmal mehr, wie unberechenbar die Wüstenstaaten geworden sind. Es gibt keine Produktionsanpassung nach oben. Selbst die saudische Kürzung wird bis einschließlich April verlängert. Die Nachfragebedingungen seien noch zu fragil für eine Outputsteigerung. Damit hat die Opec+ aus unserer Sicht verpasst, den Markt zu normalisieren. Denn: Eine Anhebung von 500.000 Barrel pro Tag wäre ob der Nachfrageerholung problemlos verkraftbar gewesen. Man provoziert damit eine stärkere Steigerung der Fördermengen in den USA und eine rückläufige Kürzungsdisziplin der Opec Mitglieder. Es wird nun wahrscheinlicher, dass der Anpassungsschritt im Mai größer ausfällt. Dennoch droht zumindest kurzfristig eine ausgeprägte Knappheit.  Der Ölpreis reagierte hierauf bereits sehr positiv und nimmt Anlauf auf die Marke von 70 USD. Die überfällige Verschnaufpause der letzten Tage wurde wieder zügig zu…

Ölpreis außer Rand und Band

Der Rohölpreis hakt in großen Schritten die Corona-Pandemie ab. Erste Marktauguren hantieren bereits mit dreistelligen Prognosen. Dass die Opec und andere Energiebehörden zuletzt ihre Nachfrageschätzungen für 2021 reduziert haben, wird vollständig ausgeblendet. Wir rechnen zwar damit, dass sich die Ölnachfrage in den nächsten Monaten zügig erholt, allerdings halten wir Vor-Corona-Niveaus erst Mitte 2022 für wahrscheinlich und nicht schon im Sommer 2021! Das aktuelle Ölpreisniveau ist unseres Erachtens ausschließlich liquiditätsgetrieben. Dies macht der „Backwardation-Trade“ möglich, den die stark abfallende Terminkurve erlaubt. Am langen Ende werden aktuell Rohölpreise bei etwa 55 USD gehandelt. Anleger können bei der aktuellen Terminkurven-Konstellation einen Rollertrag von etwas mehr als einem Prozent pro Monat realisieren. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld ist das geradezu üppig. Die Netto-Long-Position der Spekulanten stieg daraufhin spürbar an. Der Markt negiert ebenfalls die Flexibilität der Angebotsseite. Schon nächste Woche beim Opec-Meeting am 4. März dürfte eine Erhöhung der Ölproduktion beschlossen werden. Selbst Saudi-Arabien denkt bereits…

Rohöl geht steil

Bei Rohöl ist der Jahresstart mit einem Plus von 19 Prozent exzellent gelungen. In den letzten drei Monaten konnte das schwarze Gold um über 41 Prozent ansteigen und schnitt damit besser ab als viele andere Rohstoffe. Obwohl in den nächsten Wochen wegen der noch anhaltenden Lockdown-bedingten Nachfrageschwäche und den vorhandenen Risiken rund um das Thema Virusmutationen durchaus mit kleineren Preisrücksetzern zu rechnen ist, halten wir es dennoch wegen der verbesserten fundamentalen Ausgangslage für unwahrscheinlich, dass der Brent-Rohölpreis nochmal unter die Marke von 50 US-Dollar je Barrel taucht. Mit der jüngsten unilateralen Produktionskürzung Saudi-Arabiens bleibt der Rohölmarkt defizitär. Die sich im Frühjahr erholende Nachfrage wird dann zunächst noch auf ein geringes Angebot treffen, was die globalen Lagerbestände als Folge abschmelzen lassen wird. Zudem halten wir es für sehr wahrscheinlich, dass Investoren zunehmend auf den „Reflation-Trade“ setzen, weil die Inflationserwartung in den USA seit Jahresbeginn auf über zwei Prozent gestiegen ist. Pensionskassen,…

Redditees wollen Silbermarkt aufs Kreuz legen, aber sie dürften sich verheben

Die Redditees schlagen nun auch bei Silber zu. Der Silberpreis konnte die Marke von 30 US-Dollar zeitweise überspringen. Zurückzuführen ist der Anstieg auf einen Post in dem Forum „WallStreetBets“ auf der Social-Media-Plattform Reddit in dem behauptet wurde, Silber könne auf 1.000 USD steigen und sei der größte Short der Welt. Mittlerweile hat sich aber die Preis-Euphorie wieder etwas gelegt, allerdings flossen seit Freitag etwa 1,47 Milliarden USD in den größten Silber-ETF. Die GameStop-Taktik, also der breit angelegte Short-Squeeze, ist bei Silber nicht einfach umsetzbar. Wichtige Argumente, die dagegensprechen, sind: (1) Es gibt bei Silber keinen Short-Überhang. (2) Die Markttiefe ist bei Silber viel größer. Die Marktkapitalisierung des Computerspiele-Einzelhändlers lag Mitte Januar bei 1,4 Milliarden US-Dollar. Alleine in London ist in den Tresoren jedoch Silber im Wert von 32 Milliarden US-Dollar eingelagert. (3) Die fundamentale Ausgangslage ist bei Silber robust. Silber ist auch Industriemetall und profitiert von der starken Konjunkturerholung in…

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