Politik

US-Konjunkturpaket: Starker Konsum, tiefrote Handelsbilanz

In den Vereinigten Staaten trägt das 1,9 Billionen US-Dollar Konjunkturpaket bereits erste Früchte, weil die Konsumschecks schnell ausgezahlt wurden. Im März schossen die Einkommen der privaten Haushalte um mehr als 20% gegenüber dem Vormonat in die Höhe. Das hat die Verbraucher schnell zum Shoppen motiviert, die Konsumausgaben stiegen im März mit 4,2% gegenüber Februar kräftig an. Damit haben die Haushalte bislang aber tatsächlich nur einen kleinen Teil der Direktzahlungen ausgegeben und stattdessen viel Geld zur Seite gelegt. Die Sparquote legte im März auf fast 28% zu, im Februar betrug sie „nur“ knapp 14%. Mit dem guten Impffortschritt, einer anhaltenden Erholung am Arbeitsmarkt und nicht zuletzt den hohen Beträgen auf den Sparkonten der Verbraucher sind die Voraussetzungen dafür gut, dass sich der „Konsumboom“ in den USA auch in den nächsten Monaten fortsetzt. Insgesamt dürfte die US-Wirtschaft daher im laufenden Jahr kräftig wachsen, wir rechnen mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 6,5%….

Zloty hat das Oberste Gericht Polens im Visier

Ungeachtet eines unter dem Strich risikofreundlichen Marktumfelds ist es dem polnischen Zloty bislang nicht gelungen, sich nennenswert oder gar nachhaltig gegenüber dem Euro zu befestigen, bewegt er sich historisch betrachtet doch nach wie vor auf niedrigen Niveaus. Ursächlich für die zurückhaltende Marschrichtung des Zloty sind ökonomische Aspekte. Darüber hinaus dürften aber auch die beiden Mitte Mai erwarteten Urteile des Obersten Gerichts in Polen zu dem weiterhin umsichtigen Agieren des Zloty beitragen. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang zum einen am 11. Mai die Entscheidung, den Umgang mit Fremdwährungskrediten betreffend, welche missbräuchliche Wechselkursklauseln enthalten. Am 13. Mai geht es dann darum, ob in Polen polnisches oder EU-Recht zur Anwendung kommt. Dieses Urteil bietet aufgrund der seit Jahren angespannten politischen Beziehungen zwischen Warschau und Brüssel das Potenzial, diesen Konflikt weiter eskalieren zu lassen. Mit Blick auf das Urteil hinsichtlich des Umgangs mit Fremdwährungskrediten dürften letztendlich alle Beteiligten kein Interesse an Turbulenzen im…

Insolvenzmeldepflicht ist wieder in Kraft, droht jetzt eine Insolvenzwelle?

Am Wochenende lief die zu Beginn der Corona-Pandemie eingeführte Aussetzung der Insolvenzantragspflicht aus. Zahlungsunfähige Unternehmen müssen jetzt wieder Insolvenz anmelden, auch wenn sie ausschließlich in Folge der Krise in Schieflage geraten sind. Mit der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wurde ein Instrument geschaffen, dass eine Insolvenzwelle inmitten der Corona-Krise verhindern sollte. Dieses Ziel wurde nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen: Im vergangenen Jahr, also mitten in der Krise, sanken die Unternehmensinsolvenzen um 16% gegenüber dem Vorjahr. Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sorgte somit dafür, dass die Insolvenzmeldungen nicht die wirtschaftliche Entwicklung in der Corona-Krise widerspiegelten, sondern ein stark verzerrtes Bild der tatsächlichen Situation lieferten. Angesichts der weiter zunehmenden Lockdown-Dauer dürfte der Anstieg der Insolvenzmeldungen aber nicht verhindert, sondern nur verzögert worden sein. Erste Auswirkungen der im Zeitverlauf erfolgten Einschränkungen im Gesetzestext deuten dies bereits an, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen: Im Februar 2021 stieg die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen deutlich um…

US-BIP: Bidens wirtschaftlicher Erfolg in den ersten 100 Amtsta-gen – Fortsetzung dürfte folgen

Als Joe Biden Mitte Januar die Regierungsgeschäfte der Vereinigten Staaten übernahm, bremste die Pandemie das Wirtschaftswachstum noch erheblich. Besonders zum Ende des ersten Quartals hat die Wirtschaft aber Fahrt aufgenommen. Präsident Biden ist dabei hoch anzurechnen, dass er den Impfprozess und vor allem das 1,9 Bio. US-Dollar Konjunkturpaket schnell vorangetrieben hat. Die Lockerung von Corona-Restriktionen zusammen mit der raschen Auszahlung der Konsumschecks haben schon im März eine starke Wirkung beim privaten Konsum gezeigt. Insgesamt legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA im ersten Quartal 2021 deutlich um annualisiert 6,4% gegenüber dem Vorquartal zu. Den größten Effekt dürfte das Konjunkturprogramm jedoch im laufenden zweiten Quartal zeigen und entsprechend für einen noch wesentlich stärkeren Wachstumsschub sorgen. Für das Gesamtjahr 2021 rechnen wir daher mit einer Steigerung des BIP von 6,5%. Während die Wirtschaft also aktuell von dem großen Konjunkturpaket profitiert, hat die Biden-Administration die langfristige Stärkung der US-Wirtschaft in Angriff genommen. Nachdem Biden…

Süßes Gift PEPP

Die Staatsverschuldung erreicht in vielen EWU-Staaten, vor allem auch in Italien, neue Rekordstände. Angesichts der ausufernden Schuldenstände wären normalerweise alle Voraussetzungen für eine Marktkrise bei Staatsanleihen des Peripheriesegments gegeben, wie sie bereits im Nachgang der Finanzkrise auftrat. Dass dies verhindert werden konnte, lag in erster Linie am größten Anleiheankaufprogramm der EZB seit Gründung der Währungsunion – dem Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP). Aus der Sicht der Staaten ist die Hilfe der Notenbanken aber ein zweischneidiges Schwert – eine Art süßes Gift. Zwar wären fiskalische Maßnahmen im beschriebenen Umfang ohne das Zutun der EZB nicht möglich und / oder das Risiko einer weiteren Staatenfinanzkrise groß gewesen, die Gefahr einer dauerhaften Abhängigkeit vor allem Italiens von der Geldpolitik ist jedoch bereits greifbar. Unsere Modellberechnungen zeigen: Reduziert Italien ab 2023 sein Primärdefizit auf 1% des BIP und liegt das Nominalwachstum fortan auf Vorkrisenniveau, müssten die italienischen Risikoaufschläge dauerhaft auf dem jetzt sehr niedrigen…

Corona-Sonderumfrage: Mittelstand stellt Corona-Politik schlechte Noten aus

Die deutschen Mittelständler stellen der Corona-Politik von Bund und Ländern schlechte Noten aus. So bewerten sie etwa die Reaktion der Bundesregierung auf die Herausforderungen der Corona-Krise mit „ausreichend plus“. Deutlich schlechter benotet der Mittelstand aber das Impfmanagement der Bundesregierung. Hier ergibt sich eine mangelhafte Bewertung. Mit einer Durchschnittsnote von „3,5“ fällt die Bewertung der Mittelständler für den Umfang der Corona-Hilfen für den Mittelstand fast noch „befriedigend“ aus. Es ist also weniger der Umfang der Hilfen, der die Kritik der Mittelständler auf sich zieht, als die Geschwindigkeit ihrer Auszahlung. Mit dem Infektionsschutzgesetz ging die Bundesregierung aber einen anderen genannten Kritikpunkt an: die allenfalls ausreichend bewertete Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern. Mit bundesweit einheitlichen Regelungen soll der Kampf gegen die Pandemie erfolgreicher verlaufen und Bürgern und Unternehmen besser vermittelt werden können. Auch wenn die meisten Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise eher aus einer kurzfristigen Notwendigkeit entstanden sind, werden einige dieser Maßnahmen noch…

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