Konjunktur

13.000, 14.000, 15.000 Punkte: Warum der DAX auf der Überholspur bleibt

Es scheint, dass derzeit nichts die Börsen aus der Ruhe bringen kann. Weder die Schieflage eines großen Hedgefonds noch der sich verschlechternde politische Ton zwischen den USA und China noch die dritte Welle der Pandemie noch die Blockade des Suezkanals konnten die Nachfrage nach Aktien bremsen. Wie ist das zu erklären? Der Grund ist einfach. Es sind die Gewinnaussichten, die an der Börse zählen. Und die sind für 2021 und 2022 hervorragend, denn dann dürfte die Weltwirtschaft das stärkste Wachstum seit Jahrzehnten verzeichnen. Kein Wunder, dass die Aktienmärkte boomen, statt sich vor potenziellen Störenfrieden zu fürchten. Jedoch sind die Aktienkurse in den letzten Monaten schneller gestiegen, als wir es erwartet hatten. Unsere Indexprognosen für den DAX und den Euro Stoxx 50, die wir noch vor wenigen Wochen auf 15.000 und 3.800 Punkte angehoben hatten, wurden inzwischen erreicht. Es zeigt sich einmal mehr, dass die Formulierung von Prognosen mit erheblichen Unsicherheiten…

EWU-Inflation steigt im März deutlich an

Im März zogen die Verbraucherpreise im Euro-Raum wieder sichtlich stärker an. Nachdem die Inflationsrate im Januar und Februar bei 0,9% gelegen hatte, stieg sie nach vorläufigen Daten auf nun 1,3%. Den Löwenanteil daran machten einmal mehr die Energiepreise aus. Schließlich hat sich der Preis für Rohöl gegenüber März 2020 – also dem Monat, in dem die Corona-Pandemie Europa voll erfasste und in den ersten Lockdown zwang – inzwischen fast verdoppelt. Und dies spüren die Verbraucher beim Tanken und Heizen. Der Preisauftrieb bei den industriellen Gütern schwächte sich dagegen etwas ab. Bei Nahrungsmitteln und Dienstleistungen war die Preisentwicklung unauffällig. Unter den großen Mitgliedsländern zeigt sich dabei ein fast einheitliches Bild. Soweit schon Details dazu bekanntgegeben wurden, legten überall die Preise für Energie zu. In Deutschland stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) im März von 1,6% auf 2,0%, in Frankreich von 0,8% auf 1,4% und in Spanien sogar von -0,1% auf 1,2%. Nur…

Für die Industrie ist der Suezkanal ein Nadelöhr

In der deutschen Industrie laufen die Geschäfte derzeit – trotz internationaler Corona-Krise – so gut wie seit vielen Jahren nicht mehr. Das zeigt auch die aktuelle ifo-Umfrage zum Geschäftsklima. Demnach steigt die Produktion aktuell in Rekordgeschwin­digkeit, dennoch können viele Betriebe die boomende Nachfrage nicht vollständig befriedigen. Die Auftragsbestände legen daher ebenfalls stark zu. Laut ifo-Institut sind die Exporterwartungen der Unternehmen sogar regelrecht „explodiert“. In einer solchen Phase sorgt die Meldung über die Sperrung des Suezkanals aufgrund einer Schiffshavarie für besondere Nervosität. Nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft verlaufen etwa zwei Drittel aller Importe zwischen Deutschland und Ostasien auf dem Schiffsweg. 98 Prozent der Containerschiffe auf dem Weg zwischen Deutschland und China fahren durch den Suezkanal. Das bedeutet: Mindestens acht bis neun Prozent der deutschen Warenimporte und -exporte laufen durch den Suezkanal. Die internationalen Lieferketten stehen derzeit ohnehin unter Druck. Bei den Zulieferungen aus Asien spüren etwa die Maschinenbauer auch…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Stimmung in der Industrie auf Allzeithoch

Die Industrie im Euro-Raum präsentiert sich im März in noch nie da gewesener Stärke. Das zeigen die Vorabergebnisse der Umfrage von IHS Markit unter den europäischen Einkaufsmanagern. Die Messzahl für das verarbeitende Gewerbe stieg auf den höchsten Wert seit Beginn der Umfrage im Jahr 1997. Auch bei den Dienstleistern geht es ein Stück nach oben, doch der entsprechende Index bleibt noch immer unterhalb der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Der Lockdown belastet weiterhin die kontaktintensiven Dienstleistungen. In der Summe verbessert sich der Composite-Index von 48,8 auf 52,5 Punkte. Trotz der jüngsten Stimmungsverbesserung wird die Wirtschaft des Euro-Raums im ersten Quartal wohl geschrumpft sein. Der umfassende Einkaufsmanagerindex für Deutschland ist im März um 5,7 Zähler auf 56,8 Punkte geklettert – der höchste Stand seit mehr als drei Jahren. Im Gegensatz zu den Dienstleistern herrscht im verarbeitenden Gewerbe Hochstimmung. Die Industrie federt derzeit gesamtwirtschaftlich in Deutschland viel ab und erfreut sich über…

Spin-offs am Aktienmarkt: Wenn Teilen Freude bereitet

Siemens hat 2020 Siemens Energy an die Börse gebracht, im März dieses Jahres hat Vodafone den Funkturmbetreiber Vantage Towers gelistet und schon bald könnten einige Unternehmen mit Transaktionen folgen: Das Umfeld für Börsengänge von Tochterunternehmen („Carve-outs“) und Abspaltungen („Spin-offs“) boomt, nachdem das von Corona geprägte Jahr 2020 zu einer Enttäuschung für Kapitalmarkttransaktionen geworden war. Zwar laufen die Geschäfte vieler Branchen noch nicht wieder auf vollen Touren, aber die Aktienkurse stehen hoch und die Volatilität an den Märkten ist vergleichsweise niedrig. Für viele Unternehmen sind das ideale Bedingungen, geliebte (oder wenige geliebte Töchter) an die Börse zu bringen. Abspaltungen von Geschäftsteilen bei börsennotierten Unternehmen sorgen für neues Kapital und auch für Anleger ergeben sich Chancen. Spin-offs schlagen bei der Aktienkursentwicklung in den USA sogar die durchschnittliche Marktentwicklung. Das zeigt die bessere Entwicklung des S&P-500-Spin-off-Index gegenüber dem S&P 500 in den letzten zehn Jahren. Für Investoren bieten solche Transaktionen oft günstige Kaufgelegenheiten,…

EZB stellt Beschleunigung der Anleihekäufe in Aussicht

Die Währungshüter haben in Aussicht gestellt, die Anleihekäufe im Rahmen des Emergency Purchase Programme (PEPP) im kommenden Quartal deutlich zu erhöhen. Damit will die Notenbank weiterhin günstige Finanzierungsbedingungen sicherstellen. EZB-Präsidentin Lagarde hat sich allerdings hinsichtlich des angepeilten Ankaufvolumens bedeckt gehalten. Gegenwärtig bewegen sich die wöchentlichen Wertpapierkäufe im Bereich um 18 Mrd. Euro und damit deutlich unterhalb des bisherigen Maximums von 34,2 Mrd. Euro. Die Notenbankchefin hat hervorgehoben, dass der PEPP-Rahmen von gegenwärtig 1.850 Mrd. Euro nicht zwingend ausgeschöpft werden muss. Um günstige Finanzierungsbedingungen aufrecht zu erhalten, sei aber umgekehrt aber auch eine Erhöhung des Ankaufrahmens grundsätzlich vorstellbar. Im Hinblick auf die übrigen geldpolitischen Instrumente (APP / Leitzinsen) haben die Notenbank-Oberen im Zuge dieser Ratssitzung keine Anpassungen vorgenommen. Die EZB wird aber nicht müde zu betonen, dass nach wie vor das komplette geldpolitische Instrumentarium zum Einsatz kommen kann, sollte dies notwendig werden. In einer ersten Reaktion hat der Bund-Future merklichen Auftrieb…

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