Konjunktur

US-Konjunkturpaket: Starker Konsum, tiefrote Handelsbilanz

In den Vereinigten Staaten trägt das 1,9 Billionen US-Dollar Konjunkturpaket bereits erste Früchte, weil die Konsumschecks schnell ausgezahlt wurden. Im März schossen die Einkommen der privaten Haushalte um mehr als 20% gegenüber dem Vormonat in die Höhe. Das hat die Verbraucher schnell zum Shoppen motiviert, die Konsumausgaben stiegen im März mit 4,2% gegenüber Februar kräftig an. Damit haben die Haushalte bislang aber tatsächlich nur einen kleinen Teil der Direktzahlungen ausgegeben und stattdessen viel Geld zur Seite gelegt. Die Sparquote legte im März auf fast 28% zu, im Februar betrug sie „nur“ knapp 14%. Mit dem guten Impffortschritt, einer anhaltenden Erholung am Arbeitsmarkt und nicht zuletzt den hohen Beträgen auf den Sparkonten der Verbraucher sind die Voraussetzungen dafür gut, dass sich der „Konsumboom“ in den USA auch in den nächsten Monaten fortsetzt. Insgesamt dürfte die US-Wirtschaft daher im laufenden Jahr kräftig wachsen, wir rechnen mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 6,5%….

Insolvenzmeldepflicht ist wieder in Kraft, droht jetzt eine Insolvenzwelle?

Am Wochenende lief die zu Beginn der Corona-Pandemie eingeführte Aussetzung der Insolvenzantragspflicht aus. Zahlungsunfähige Unternehmen müssen jetzt wieder Insolvenz anmelden, auch wenn sie ausschließlich in Folge der Krise in Schieflage geraten sind. Mit der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wurde ein Instrument geschaffen, dass eine Insolvenzwelle inmitten der Corona-Krise verhindern sollte. Dieses Ziel wurde nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen: Im vergangenen Jahr, also mitten in der Krise, sanken die Unternehmensinsolvenzen um 16% gegenüber dem Vorjahr. Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sorgte somit dafür, dass die Insolvenzmeldungen nicht die wirtschaftliche Entwicklung in der Corona-Krise widerspiegelten, sondern ein stark verzerrtes Bild der tatsächlichen Situation lieferten. Angesichts der weiter zunehmenden Lockdown-Dauer dürfte der Anstieg der Insolvenzmeldungen aber nicht verhindert, sondern nur verzögert worden sein. Erste Auswirkungen der im Zeitverlauf erfolgten Einschränkungen im Gesetzestext deuten dies bereits an, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen: Im Februar 2021 stieg die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen deutlich um…

Wirtschaftsleistung im Euro-Raum sinkt im ersten Quartal nur leicht – Aufschwung in der zweiten Jahreshälfte

Die wirtschaftlichen Folgen der dritten Welle der Corona-Pandemie in Europa fielen vergleichsweise glimpflich aus. Im ersten Quartal 2021 ist die Wirtschaftsleistung im Euro-Währungsgebiet um 0,6% gegenüber dem Vorquartal gesunken. Dies war weniger stark, als wir befürchtet hatten. Dennoch hat der Euro-Raum damit nach einem negativen vierten Quartal (‑ 0,7%) eine technische Rezession durchlaufen. Das Vorkrisenniveau vom Jahresende 2019 bleibt noch immer ein gutes Stück entfernt. Hier klafft eine Lücke von 5,5%: Die Ergebnisse der Schnellschätzungen aus den großen Mitgliedländern zeigen dabei deutliche Unterschiede in der Wirkung der Eindämmungsmaßnahmen auf die Gesamtwirtschaft. In Deutschland ging das Bruttoinlandsprodukt um 1,7% zurück. Damit bildet Deutschland diesmal in ungewohnter Weise das Wachstumsschlusslicht im Euro-Raum. Aber auch in Spanien sank das Bruttoinlandsprodukt um 0,5% und in Italien um 0,4% Prozent. Ein positives Quartalsergebnis kam aus Frankreich. Hier legte die Wirtschaftsleistung um 0,4% zu. Und auch Belgien und Österreich vermeldeten leichte Zugewinne von 0,6% bzw. 0,2% Prozent….

US-BIP: Bidens wirtschaftlicher Erfolg in den ersten 100 Amtsta-gen – Fortsetzung dürfte folgen

Als Joe Biden Mitte Januar die Regierungsgeschäfte der Vereinigten Staaten übernahm, bremste die Pandemie das Wirtschaftswachstum noch erheblich. Besonders zum Ende des ersten Quartals hat die Wirtschaft aber Fahrt aufgenommen. Präsident Biden ist dabei hoch anzurechnen, dass er den Impfprozess und vor allem das 1,9 Bio. US-Dollar Konjunkturpaket schnell vorangetrieben hat. Die Lockerung von Corona-Restriktionen zusammen mit der raschen Auszahlung der Konsumschecks haben schon im März eine starke Wirkung beim privaten Konsum gezeigt. Insgesamt legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA im ersten Quartal 2021 deutlich um annualisiert 6,4% gegenüber dem Vorquartal zu. Den größten Effekt dürfte das Konjunkturprogramm jedoch im laufenden zweiten Quartal zeigen und entsprechend für einen noch wesentlich stärkeren Wachstumsschub sorgen. Für das Gesamtjahr 2021 rechnen wir daher mit einer Steigerung des BIP von 6,5%. Während die Wirtschaft also aktuell von dem großen Konjunkturpaket profitiert, hat die Biden-Administration die langfristige Stärkung der US-Wirtschaft in Angriff genommen. Nachdem Biden…

Berichtssaison in Europa: Jubelsturm mit Störungen

Die Berichtssaison in den USA ist in vollem Gange, und nun werden auch europäische Unternehmen bis Mitte Mai ihre Ergebnisse für das erste Quartal vorlegen. Die im Vergleich zu China und den USA schwächere wirtschaftliche Entwicklung Europas wird sich in den Zahlen niederschlagen: Für den Stoxx 600 wird erwartet, dass die Unternehmensumsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal nur um drei Prozent gestiegen sind. Das wäre eine schwächere Erholung als bei den Unternehmen im S&P 500, für die wir ein Umsatzplus von neun Prozent erwarten. Wir erwarten, dass die Stoxx 600-Unternehmen im ersten Quartal 79 Mrd. Euro Gewinn nach Steuern ausweisen werden, gegenüber 49 Mrd. Euro im ersten Quartal 2020. Die Nettogewinne der Stoxx 600-Unternehmen (+61%) werden damit schneller wachsen als die ihrer S&P 500-Pendants (+33%). Das dynamischere Gewinnwachstum ist auf die niedrigere Basis im Vergleichsquartal 2020 zurückzuführen. Im Stoxx 600 sind viele konjunktursensible Unternehmen gelistet und es fehlen Technologiewerte, die in…

Corona-Sonderumfrage: Mittelstand stellt Corona-Politik schlechte Noten aus

Die deutschen Mittelständler stellen der Corona-Politik von Bund und Ländern schlechte Noten aus. So bewerten sie etwa die Reaktion der Bundesregierung auf die Herausforderungen der Corona-Krise mit „ausreichend plus“. Deutlich schlechter benotet der Mittelstand aber das Impfmanagement der Bundesregierung. Hier ergibt sich eine mangelhafte Bewertung. Mit einer Durchschnittsnote von „3,5“ fällt die Bewertung der Mittelständler für den Umfang der Corona-Hilfen für den Mittelstand fast noch „befriedigend“ aus. Es ist also weniger der Umfang der Hilfen, der die Kritik der Mittelständler auf sich zieht, als die Geschwindigkeit ihrer Auszahlung. Mit dem Infektionsschutzgesetz ging die Bundesregierung aber einen anderen genannten Kritikpunkt an: die allenfalls ausreichend bewertete Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern. Mit bundesweit einheitlichen Regelungen soll der Kampf gegen die Pandemie erfolgreicher verlaufen und Bürgern und Unternehmen besser vermittelt werden können. Auch wenn die meisten Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise eher aus einer kurzfristigen Notwendigkeit entstanden sind, werden einige dieser Maßnahmen noch…

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