Konjunktur

China beendet Corona-Jahr 2020 mit kräftigem Schlussquartal

China ist immer wieder für eine Überraschung gut. Auch die aktuellen Zahlen zum Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr machen da keine Ausnahme. So ist die chinesische Wirtschaft im zurückliegenden Endquartal 2020 um 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen – ein gutes Stück kräftiger als erwartet, und das trotz des wieder schwierigeren Umfelds. China konnte damit nicht nur den abgerissenen Wachstumspfad der Vor-Corona-Zeit wiederaufnehmen, sondern das Wachstum vom Schlussquartal 2019 noch übertreffen. Für das Gesamtjahr 2020 steht nun ein BIP-Zuwachs von 2,3 Prozent zu Buche. Das ist zwar der niedrigste Anstieg seit Jahrzehnten. Damit zählt China aber zu den ganz wenigen Volkswirtschaften, die im vergangenen Jahr überhaupt gewachsen sind, während die Weltwirtschaft um schätzungsweise mehr als vier Prozent geschrumpft ist. Wichtigste Säule der kräftigen wirtschaftlichen Erholung war die für ein Krisenjahr verblüffend starke Exportkonjunktur. Chinas Exportindustrie profitierte zunächst von der hohen Nachfrage nach medizinischer Schutzausrüstung und Homeoffice-Ausstattung, danach von den verschobenen Konsumgewohnheiten…

November-Lockdown drosselt die britische Wirtschaft erneut

Seit dem 6. Januar herrscht in Großbritannien wieder ein strenger Lockdown. Die Verbreitung einer hochansteckenden Mutation des Corona-Virus hatte die Zahl der Neuinfektionen über Weihnachten und Neujahr erschreckend schnell in die Höhe schießen lassen. Damit befindet sich das Land inmitten der dritten Infektionswelle, nachdem es gerade erst die zweite Welle vom Herbst mehr schlecht als recht unter Kontrolle gebracht hatte. Für den gesamten November hatte Premierminister Boris Johnson dem öffentlichen Leben einen weitgehenden Stillstand verordnet – nicht-essentielle Geschäfte, Freizeiteinrichtungen sowie Pubs und Restaurants mussten schließen, Arbeitnehmer waren aufgerufen, von zu Hause zu arbeiten. Welche Auswirkungen die Maßnahmen auf die britische Wirtschaft hatten, zeigen die aktuellen Zahlen zur Wirtschaftsleistung. Das Bruttoinlandsprodukt sank im November um gut 2 ½ Prozent gegenüber dem Vormonat Oktober – verglichen mit dem Frühjahr ein relativ glimpfliches Ergebnis. Hart getroffen hat es allerdings erneut die Gastronomie, deren Output sich im Monatsvergleich fast halbierte. Der Groß- und Einzelhandel…

Herausfordernde Zeiten auch für die türkische Wirtschaft

Nach kräftigem Wachstum im dritten Quartal dürfte die türkische Wirtschaft auch im Schlussquartal 2020 ein positives Ergebnis erzielt haben. Unterm Strich ergibt sich deshalb für das abgelaufene Jahr immerhin ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent. Diese im internationalen Vergleich erstaunlich gute Bilanz beruht vor allem auf einem sichtbaren Zuwachs beim privaten Konsum sowie bei den Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen. Wegen einer deutlich verschärften Lage bei der Corona-Pandemie mussten zum Jahreswechsel jedoch einige Lockdown-Maßnahmen verschärft werden. Die hierdurch entstehenden Belastungen, die vor allem den Dienstleistungsbereich betreffen, drosseln den konjunkturellen Schwung im ersten Quartal. Auch das weltweit weiter verschärfte Infektionsgeschehen lastet auf dem Ausblick für den Tourismussektor in der ersten Jahreshälfte. Weitere bremsende Effekte für die Wirtschaft sind von dem Kurswechsel bei der Geldpolitik zu erwarten. Zur Bekämpfung der erhöhten Inflation hat die Notenbank den Leitzins inzwischen auf 17 Prozent erhöht. Vor diesem Hintergrund zeigen die jüngsten Umfrageergebnisse ein eingetrübtes Stimmungsbild bei…

USA: Arbeitsmarkt im Winterschlaf

Mit dem Sieg der Demokraten der Senatswahl in Georgia, der dem künftigen Präsidenten Joe Biden das Regieren erheblich erleichtern wird, und den fortschreitenden Impfungen gegen das Corona-Virus hellen sich Konjunkturaussichten für die USA deutlich auf. Ab dem Frühjahr rechnen wir mit starken Wachstumsschüben beim Bruttoinlandsprodukt. Bis dahin steht aber noch eine wirtschaftlich schwierige Zeit bevor. In den Wintermonaten bremsen die sehr hohen Corona-Neuinfektionen und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie die Konjunkturdynamik noch sichtlich. Das zeigt zum Beispiel der Arbeitsmarktbericht vom Dezember. So verharrte die Arbeitslosenquote zum Jahresende 2020 bei 6,7 Prozent, sie liegt noch fast doppelt so hoch wie vor der Corona-Krise im Februar 2020. Die Zahl der Beschäftigten ging im Dezember gegenüber dem Vormonat sogar um 140.000 zurück. Schuld daran sind die Pandemie und die damit verbundenen Restriktionen für die Wirtschaft. In vielen Bundesstaaten gibt es Einschränkungen für den Gastronomie- und Kulturbereich sowie für Freizeiteinrichtungen. Die in diesen…

EWU-Konjunktur: Die Hoffnung auf den Aufschwung lebt!

Der Euro-Raum befindet sich mitten in der zweiten Pandemie-Welle, doch die Zeichen für einen bevorstehenden wirtschaftlichen Aufschwung mehren sich. Das verdeutlicht die aktuelle Entwicklung unseres konjunkturellen Frühindikators. Der DZ BANK Euro-Indikators ist im Januar 2021 um 0,8 Prozent auf ein Niveau von 98,8 Punkten angestiegen. Damit liegt die Jahresveränderungsrate des Indikators mit +0,2 Prozent erstmals seit rund zweieinhalb Jahren wieder über der Nulllinie. Den Rückschlag aus dem November, als der beginnende Lockdown in einer ganzen Reihe von Ländern vor allem die europäischen Stimmungsindikatoren merklich belastet hatte, konnte im abgelaufenen Monat mehr als aufgeholt werden. Dabei haben zuletzt fast alle in die Berechnung eingehenden Subindikatoren zur Erholung unseres Frühindikators beigetragen.  So konnte sich das Verbrauchervertrauen in Europa gemäß der Umfrage der EU-Kommission im Dezember wieder etwas erholen. In den Herbstmonaten war die Messzahl auf den niedrigsten Stand seit dem Frühjahr gefallen. Im Dezember schätzten die privaten Haushalte den allgemeinen Konjunkturausblick trotz…

EWU-Inflation Ende 2020 weiter negativ – Moderater Anstieg 2021 zu erwarten

Im Dezember blieb die Inflationsrate im Euro-Raum den fünften Monat in Folge im negativen Bereich. Die Teuerungsrate der Verbraucherpreise lag bei -0,3 Prozent. Im den vorangegangenen drei Monaten waren die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat ebenfalls um 0,3 Prozent gesunken. Für das Gesamtjahr 2020 bedeutet dies, dass die Inflationsrate im Euro-Raum nur knapp über Null gelegen hat. Die sinkende Inflationsrate erklärt sich zu großen Teilen durch die pandemie-bedingt rückläufige Entwicklung bei den Energiepreisen. Im Dezember ist der Effekt zwar etwas schwächer geworden ist, er wirkt aber noch immer. Denn einer der wesentlichen Treiber der Energiepreise – der Preis für Rohöl – notierte im Dezember 2020 noch immer mehr als 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch die Auswirkungen der verschiedenen Lockdown-Maßnahmen haben zu sinkenden Preisen bei den sonstigen Gütern und insbesondere bei den Dienstleistungen geführt. Bei den Dienstleistungen, die immerhin ein Gewicht von mehr als 40 Prozent im Warenkorb der Inflationsrate haben,…

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