Immobilienmärkte

Gespaltener Immobilienmarkt: Preisboom bei Wohnungen, Tristesse bei Büros und Handel

Der deutsche Immobilienmarkt präsentiert sich zum Jahresende 2020 tief gespalten. Nach den jüngst veröffentlichten Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken nahm der Wohnungsmarkt im vierten Quartal weiter Fahrt auf, während Gewerbeimmobilien mit zunehmendem Gegenwind zu kämpfen haben. Weder hohe Preise noch die zweite „Corona-Welle“ konnten private Käufer aufhalten. Dazu tragen die gestiegene Wertschätzung einer schönen Wohnung, die vermeintliche Sicherheit von „Betongold“ und das historische Zinstief für Hypothekenzinsen bei. Die private Immobilienkreditvergabe überstieg 2020 mit 273 Mrd. Euro sogar den schon hohen Vorjahreswert und verlieh der Nachfrage, verstärkt von Eigenkapital und familiärer Hilfe, ordentlich „Wumms“. Durch das knappe Angebot an Eigenheimen und Eigentumswohnungen lagen die Preise zum Jahresende bundesweit 8,5 Prozent über dem Dezemberwert von 2019. Aber auch Kapitalanleger griffen beherzt zu. Die Wohnungsvermietung wirft zwar keine hohe Rendite ab, gilt aber mit stabilen Cashflows als risikoarm. Die Corona-Krise hat dieses Bild noch verfestigt, weil Mietrückstände entgegen der Erwartungen nicht nennenswert stiegen….

Teures Wohnen: Die EU schaltet sich in den Wohnungsmarkt ein

Corona ist das beherrschende Thema in den Medien. So ist auch die Diskussion über unerschwingliche Mieten ein wenig in den Hintergrund gedrängt worden. Schlagzeilen fehlen aber auch durch die verlangsamte Mietdynamik. Doch angesichts einer schweren Wirtschaftskrise, die auf den Einkommen lastet, und zum Teil negativen Inflationsraten ging es 2020 mit den Mieten noch merklich bergauf. Neubauwohnungen verteuerten sich im Durchschnitt um rund 3,3 Prozent, bei der Wiedervermietung von Bestandswohnungen, die oft unter die Mietpreisbremse fallen, war das Plus mit 2,2 Prozent niedriger. Eine spürbare Entlastung für Wohnungssuchende in den teuren Städten zeichnet sich nicht ab, sodass Wohnungsmieten mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Thema der im Herbst anstehenden Bundestagswahl werden. Homeoffice könnte dabei auch eine Rolle spielen. Wer häufiger von zuhause arbeitet, braucht dafür Platz und gegebenenfalls eine geräumigere – und damit teurere – Wohnung. Rückenwind für die Mietdebatte liefert die EU. Am 21. Januar hat das Europäische Parlament eine Entschließung angenommen,…

Pandemie als Preistreiber auf den internationalen Häusermärkten

Die Corona-Krise hat der Konjunktur weltweit einen schweren Schlag versetzt. Doch viele Häusermärkte lassen sich davon nicht bremsen. Stattdessen stieg die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen und beschleunigte den Preisanstieg noch. Das war in früheren Wirtschaftskrisen anders, die auch auf die Häusermärkte durchschlugen. Gedämpft hat die Pandemie nur die Wohnungsmärkte, die besonders schwer von der Pandemie betroffen sind. Dazu zählen durch das eingebrochene Tourismusgeschäft Spanien und Portugal. In Irland lastet die Brexit-Unsicherheit auf dem Immobilienmarkt. Was sind die Ursachen? Die Hypothekenzinsen sind noch tiefer gesunken und haben damit die Erschwinglichkeit verbessert. Ein weiterer preistreibender Faktor ist das teilweise knappe Wohnungsangebot. Entscheidender für die hohe Eigenheimnachfrage sind die erheblichen Auswirkungen der Pandemie auf das tägliche Leben. Durch den Lockdown, weniger soziale Kontakte, geschlossene Freizeiteinrichtungen und Shopping-Center haben die Menschen viel Zeit zuhause verbracht. Das Wohnen wurde aufgewertet und die Wertschätzung der eigenen vier Wände stieg. Für Homeoffice sind großzügigere Wohnungen von…

Corona hat den Wohnungsmarkt verschont, doch das Regulierungs-Virus breitet sich aus

Das Corona-Virus hat am gewerblichen Immobilienmarkt erheblichen Schaden angerichtet. Der Wohnungsmarkt zeigt sich jedoch weitgehend immun. Die Wertschätzung für die eigenen vier Wände hat in der Corona-Krise zugenommen und sorgt angesichts attraktiver Finanzierungskonditionen für fortgesetzt kräftig steigende Kaufpreise. Der Anstieg der Wohnungsmieten hat sich jedoch verlangsamt. Nach dem gerade veröffentlichen F+B-Wohn-Index sanken die Neuvertragsmieten im dritten Quartal gegenüber den vorangegangen drei Monaten um etwa 1 Prozent. Neben Rezession und gestiegener Arbeitslosigkeit dürften sich das verbesserte Neubauangebot und das erheblich gestiegene Mietniveau dämpfend auswirken. Aber statt des Mietrückgangs könnte vielmehr das Regulierungs-Virus zum Risiko für den Wohnungsmarkt werden. Um die Folgen der angespannten Wohnungsmärkte zu mildern, sind Instrumente wie die Mietpreisbremse eingeführt worden. Sie haben aber wenig bewirkt, weil sie bestenfalls am Symptom ansetzen. Das knappe Wohnungsangebot als Ursache der steigenden Mieten wird jedoch ausgespart.   Die Folgen einer ausufernden Regulierung lassen sich aktuell am Berliner Wohnungsmarkt beobachten. Der Anfang des…

Trotz Corona gute Stimmung am US-Häusermarkt

Der US-amerikanische Häusermarkt ist bislang weitgehend unbeschadet durch die Corona-Pandemie gekommen, trotz einer explosionsartig ausgeweiteten Arbeitslosigkeit, vielen Corona-Infektionen und den schon recht hohen Immobilienpreisen. Doch die Stimmung am Häusermarkt brach nur kurz ein, um unmittelbar danach ein höheres Niveau zu erreichen. Die Hauspreise stagnieren derzeit und bewegen sich dabei in der Pandemie auf ihrem Allzeit-Hoch. Drei Prozent für eine 30-jährige Standardhypothek – nie zuvor konnten Häuser so günstig finanziert werden. Entsprechend attraktiv ist das Marktumfeld für Käufer mit einem sicheren Job. Die Suche nach dem passenden Eigenheim ist schon schwieriger. Das Immobilienangebot ist so knapp wie selten zuvor. Das Zinstief wird die Nachfrage weiter stützen und den Markt in Verbindung mit dem knappen Immobilienangebot stabilisieren. Die Gefahr einer spürbaren Preiskorrektur nimmt auch mit Blick auf die eingesetzte wirtschaftliche Erholung ab. Demgegenüber spricht die hohe Arbeitslosigkeit gegen merklich anziehende Hauspreise.

Erhebt da etwa jemand sein hässliches Haupt?

Die Inflation ist das Schreckgespenst der Finanzinvestoren. Insbesondere wer am Anleihemarkt sein Brot verdient, kann sich an frühere Crash-Phasen erinnern, die in kurzer Zeit die Kursgewinne von vielen Jahren ausgelöscht haben. Ausgelöst wurden diese Kurseinbrüche eigentlich immer durch Zinsanhebungen der Notenbanken, die wiederum auf steigende Inflationsraten oder -erwartungen reagiert haben. Wir leben heute in Zeiten extrem niedriger Zinsen, die Geldpolitik ist so expansiv wie nie zuvor. Frische Liquidität, die die Notenbanken zur Kursstützung in die Märkte pumpen, sorgen für ein extremes Umfeld. Anleger sind auf der Suche nach Rendite, und die ist immer schwerer zu finden. Rentenmarkt, Aktienmarkt, Immobilien, Edelmetalle – wohin man schaut sind die Notierungen extrem hoch. Die größte Gefahr wäre ein Ende der expansiven Geldpolitik und ein Umschalten der Notenbanken auf einen restriktiven Kurs. Dies könnte wohl nur durch einen plötzlichen und nachhaltigen Anstieg der Inflationsraten ausgelöst werden. Bis jetzt ist dieser Anstieg nicht in Sicht, auch…

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