EZB

Übernahmespekulationen bei der Commerzbank wohl verfrüht

Seit mehreren Jahren halten sich Übernahmespekulationen um die Commerzbank. Diese haben sich zuletzt wieder merklich verstärkt. Begünstigt hat dies der Einstieg von Cerberus bei Commerzbank und Deutscher Bank, der auch für einen Anstieg des Aktienkurses gesorgt hat. Doch wie wahrscheinlich ist eine schnelle Fusion oder Übernahme der Commerzbank? Die Gründe, die gegen eine Übernahme der Commerzbank oder eine Fusion mit der Commerzbank sprechen sind vielfältig. Sie reichen von Restriktionen beim Transfer von Kundeneinlagen und Eigenkapital innerhalb von Europa, Unsicherheit über zukünftige Regulierung bis zu möglichem Widerstand der Politik bei einem Verkauf eines für den deutschen Mittelstand wichtigen Finanzintermediärs ins Ausland. Ferner ist zu beachten, eine Übernahme oder Fusion wäre zunächst mit dem Erwerb der Anteile, die derzeit von der FMSA gehalten werden, verbunden. Dieser Kauf müsste finanziert werden. Dabei könnten die beteiligten Institute nicht auf die Hilfe der EZB zählen. Insgesamt erscheint mir eine Übernahme der Commerzbank oder eine Fusion…

Comeback der europäischen Aktien

Die europäischen Aktienmärkte waren in den vergangenen Jahren bei Investoren nicht sehr beliebt – abgesehen von Deutschland. Dies lag am unsicheren politischen Umfeld, diversen Krisen und der mangelnden Gewinndynamik vieler europäischer Unternehmen. Der Euro Stoxx 50 entwickelte sich daher über Jahre schlechter als der DAX und die großen US-Aktienindizes. Das könnte sich jetzt ändern. Die Konjunktur im Euroland befindet sich endlich wieder in einer guten Verfassung. So gut wie aktuell lief es seit vielen Jahren nicht mehr. Das Momentum hat dabei jüngst zugenommen und sollte 2018 weiter an Breite gewinnen. Gleichzeitig stehen die Zeichen für das weltwirtschaftliche Wachstum auf Grün, so dass die Unternehmen in Europa auch im kommenden Jahr wieder deutlich besser verdienen sollten. Weil auch die befürchteten neuen Krisen in Europa 2017 weitgehend ausgeblieben sind, steht der Kontinent heute trotz der unklaren Regierungsbildungsaussichten in Deutschland – wirtschaftlich und politisch deutlich stabiler da als in den vergangenen Jahren, in…

Das italienische Bankensystem bleibt anfällig

Nach einem turbulenten ersten Halbjahr war es ein wenig ruhiger geworden um die italienischen Banken, doch nun haben die Probleme von Banca Carige den Fokus der Marktteilnehmer wieder auf den Sektor gelenkt. Die Bank aus Genua benötigt dringend frisches Kapital, doch die Geldbeschaffung drohte zu scheitern. Durch mittlerweile ausgesprochene Übernahmegarantien von unter Umständen nicht gezeichneten neuen Aktien scheint die Kapitalerhöhung, die bis zum 6. Dezember laufen wird, nun zwar „in trockenen Tüchern“, doch es bleibt abzuwarten, ob die weitere Sanierung des Instituts gelingt. Wieder sind es vor allem hohe Volumina an notleidenden Krediten (NPL), die für die Probleme der Bank verantwortlich sind und ihr Kapital aufzehren. Der ganze italienische Bankensektor ächzt weiterhin unter der schlechten Kreditqualität. Insgesamt noch rund 300 Mrd. Euro an „sofferenze“ – Kredite, ausgereicht an insolvente oder ähnlich bonitätsschwache Schuldner – halten die italienischen Banken noch in ihren Büchern. Dabei handelt es sich vor allem um an…

Dividendenrenditen am Aktienmarkt nach Kursrutsch umso attraktiver

  Die EZB hatte Ende Oktober das Anleihekaufprogramm um neun Monate verlängert und das Volumen um 270 Mrd. Euro ausgeweitet. Das Ende der ultraexpansiven Phase hat sich damit weiter nach hinten verlagert, die Zeiten niedriger Zinsen und eines anhaltendenden Anlagenotstands werden andauern. Dass die Investorenwelt händeringend Rendite sucht, ist nicht nur an den Bewertungen am Aktienmarkt abzulesen, die immer weiter ansteigen. Auch bei Hochzinsanleihen fallen die Renditen immer weiter, und im Kehrwert steigt die Bewertung höher und höher. Die Alternativen zu Aktien, besonders unter Berücksichtigung des Chancen/Risiko-Verhältnisses fallen damit immer geringer aus. Da die Aktienkurse zuletzt etwas korrigiert haben, sind die erwarteten Dividendenrenditen gestiegen. Auf Sicht der nächsten 12 Monate erwarten wir im DAX eine Dividendenrendite von 3,1%, was leicht unter dem Durchschnitt seit 2002 liegt. Beim Euro Stoxx 50 sind jedoch noch 3,5% zu erwarten. Relativ zu Anleihen, die nur knapp über 0% rentieren, bleiben Dividendentitel somit attraktiv. Unsere…

Niedrige Zinsen für einen sehr langen Zeitraum – geht das?

Im Zuge einer zurückhaltenden Kreditvergabepolitik der Geschäftsbanken einerseits und einer ständig zunehmenden Zentralbankliquidität andererseits hatte die Europäische Zentralbank (EZB) im Januar 2012 das Mindestreserve-Soll von 2% auf 1% des Volumens der hierfür zur Berechnung herangezogenen Einlagen einer Bank gesenkt. Gegenwärtig beträgt die Verzinsung auf das Mindestreservesoll 0% und entspricht damit dem Hauptrefinanzierungssatz, zu dem die EZB den Geschäftsbanken Zentralbankgeld zur Verfügung stellt. Insgesamt beträgt das Mindestreservesoll aller Banken zusammen gegenwärtig rund 123 Mrd. Euro. Dagegen liegt der Zinssatz, zu dem die Geschäftsbanken ihre überschüssigen Reserven bei der EZB anlegen können, seit März 2016 bei minus 0,4%. Die EZB hatte den Mindestreservesatz 2012 auf 1% gesenkt, weil das Instrument mit der Vollzuteilung bei den Tendergeschäften zur Feinsteuerung des Geldmarktes an Bedeutung verloren hatte und die Geldpolitik insgesamt expansiver gestaltet werden sollte. Angesichts eines massiven Überschusses an Zentralbankliquidität ging allerdings mit der Reduktion des Mindestreservesatzes auch die Verzinsung der gesamten Einlagen der…

Retail Banken: Bei wieder steigenden Zinsen wird die Luft dünner

Dem deutschen Bankensektor droht in der Zeit nach der Niedrigzinsphase, wenn die Zinsen wieder spürbar steigen, eine drastische Verengung der Zinsmargen. Dabei gilt: Je länger die Niedrigzinsphase andauert und je kräftiger der anschließende Zinsanstieg ausfällt, desto stärker belastet das den künftigen Zinsüberschuss der Banken. Außerdem dürfte der Konditionenwettbewerb zwischen Direktbanken und traditionellen Filialbanken bei wieder steigenden Zinsen in eine zweite Runde gehen. Im wettbewerbsintensiven deutschen Retail Banking haben Kreditinstitute keinen großen Konditionengestaltungsspielraum. Da auch keine grundsätzlich neuen Ertragsquellen absehbar sind, bleiben vor allem zwei strategische Optionen, um einer drohenden Verschlechterung der Cost-Income-Ratio entgegen zu wirken: Kostenreduktion und/oder Marktanteilsgewinne. Insgesamt erhöht sich bei wieder steigenden Zinsen der Druck auf die GuV, die Risiken nehmen zu und den Banken dürfte es schwerer fallen, Rücklagen zu bilden. Die jüngsten geldpolitischen Entscheidungen der EZB unterstreichen zwar, dass die EZB einen unkontrollierten kräftigen Zinsanstieg nicht zulassen will. Das ist im Hinblick auf die Finanzmarktstabilität und…

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