Devisenmärkte

EUR-USD mit weiterem Aufwertungspotenzial im Jahr 2021

Die Corona-Krise wütet weiter ungemindert. Zuletzt wurden weltweit mehr als 800.000 Neuinfektionen pro Tag vermeldet. Den Finanzmarkt kümmert das nicht, hier dominiert weiterhin die Hoffnung auf eine zügige Impfkampagne und somit ein zumindest absehbares Ende der Krise. Aktienmärkte steigen von einem Rekordhoch zum nächsten, nicht zuletzt auch getrieben von der Erwartung, dass Zentralbanken und Regierungen auch in diesem Jahr alles tun werden, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise abzufedern. Wie schon in unserem Jahresausblick beschrieben, gehen wir davon aus, dass sich das allgemein positive Marktsentiment im weiteren Jahresverlauf halten wird. Selbst sollte sich herausstellen, dass die Impfkampagnen langsamer anlaufen als erhofft, dürfte sich hieran wenig ändern. Zu groß ist das Vertrauen in die Fähigkeit von Zentralbanken und Regierungen, einen adäquaten Puffer zu sichern. Dieses positive Marktumfeld hat in den vergangenen Monaten allerdings auch dazu geführt, dass der US-Dollar auf breiter Basis an Boden verloren hat. In seiner Funktion als sicherer…

Betreibt die polnische Notenbank „Window Dressing“?

Der polnische Zloty ist zuletzt ungeachtet des freundlichen Risikosentiments des Marktes auf breiter Front unter spürbaren Abgabedruck geraten. Ursächlich dafür waren in erster Linie Marktspekulationen, wonach die polnische Notenbank (NBP) nicht nur am 18. Dezember, sondern auch noch einmal am 29. Dezember am Devisenmarkt interveniert haben könnte, um den Zloty zu schwächen. Bereits der erste potenzielle Eingriff der NBP warf angesichts eines nach wie vor hohen nationalen Preisdrucks sowie eines alles andere als starken Zlotys Fragen auf. Marktseitig mehrten sich Spekulationen, wonach die NBP Ende 2020 womöglich ihren Notenbankgewinn, der ja größtenteils an den Staat ausgeschüttet wird, durch entsprechende Bewertungseffekte ihrer Fremdwährungsreserven gesteigert haben könnte. So wirkt sich doch eine Aufwertung des Zloty dahingehend negativ auf das Finanzergebnis der NBP aus, als dass sie den Wert ihrer Fremdwährungsreserven in Zloty verringert. Angesichts des sich auch in Polen Corona-bedingt deutlich ausweitenden Haushaltsdefizits erscheinen solche Überlegungen nicht allzu abwegig. Sollten sich die…

Devisenmärkte im Corona-Jahr: Auf der Suche nach mehr Volatilität

Ende 2019 hatten wir dem Devisenmarkt ein Jahr mit auffallend niedriger Volatilität attestiert. Die Handelsspannen der von uns betrachteten Währungen lagen fast über das gesamte Spektrum hinweg am unteren Ende der in den vorhergegangen zehn Jahren observierten Bandbreite. Hätte damals jemand die Corona-Krise vorhergesagt, wären wir zweifelsohne zu der Schlussfolgerung gekommen, dass sich dies im Jahr 2020 dramatisch ändern würde. Doch wenngleich insbesondere in den ersten Monaten der Krise zum Teil äußerst dynamische Bewegungen am Devisenmarkt zu beobachten waren, lag die Volatilität vieler Währungspaare auch in diesem annus horribilis auf vergleichsweise niedrigen Niveaus. Unter den G10-Währungen lag die Handelsspanne im Jahr 2020 (High/Low in Prozent) für die meisten Währungspaare (vs. Euro) im mittleren bis unteren Feld der Bandbreite die wir in den vergangenen zehn Jahren beobachten konnten. Extrembeispiele sind EUR/JPY und EUR/CHF: die Handelsspannen von 10,8% bzw. 3,3% lagen deutlich unterhalb des 10-Jahresdurchschnitts von jeweils 17,7% bzw. 10,7%. Tatsächlich gab…

Brexit: Einigung – aber kein Feuerwerk

Es ist endlich geschafft: die EU und Großbritannien haben sich pünktlich zu Weihnachten auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Die Ratifizierung des Vertrages steht noch aus, doch dies sollte eine reine Formalität sein. Weder das britische noch das EU-Parlament werden sich gegen den Vertrag stellen. Sogar eine technische Verlängerung der Übergangsphase konnte erfolgreich vermieden werden, stattdessen wird der Vertrag bereits am 1. Januar 2021 vorläufig umgesetzt. Aus Boris Johnsons Sicht ist also alles gut gelaufen, kann er doch nun sein Wahlversprechen „Get Brexit done“ einlösen und sich in der Presse als Sieger feiern lassen. Dass sich der Weihnachts-Brexit-Deal dennoch nicht als das Geschenk entpuppen könnte, auf das alle gehofft hatten, lässt sich bereits an der äußerst verhaltenen Marktreaktion ablesen. Gegenüber dem Dollar legte das Pfund zwar zunächst leicht zu, konnte seinen Vorstoß über die Marke von 1,36 USD allerdings nur kurz halten, bevor die Reise erneut in Richtung Süden ging. Zum einen…

US-Dollar Smile – Wer zuletzt lacht, lacht am besten?

Über viele Jahre hinweg schienen Devisenprognosen eine einfache Sache: Man musste einfach nur davon ausgehen, dass letztlich der US-Dollar als Sieger aus dem Rennen hervorgeht. Sei es aufgrund von US-Zinserhöhungen, wenn die Konjunktur brummt, sei es aufgrund von Safe-Haven-Zuflüssen, wenn Krisen das Geschehen dominieren. Oder anders gesagt: am Ende lachte immer der Dollar, egal ob die Zeiten gut oder schlecht waren („USD-Smile“). Von dieser mutmaßlichen Unfehlbarkeit ist beim Blick auf die letzten Monate nicht mehr viel übrig. Auch wenn in der EUR-USD-Relation derzeit eine gehörige Portion originärer EUR-Stärke eine Rolle spielt, ist die breit angelegte Schwäche der US-Währung unbestreitbar. Das DZ BANK Research geht allerdings davon aus, dass dies nur eine Übergangsphase ist und auf den Dollar im neuen Jahr wieder bessere Zeiten warten. Die wesentliche Annahme hierfür ist, dass es ihm gelingt, den Wandel von seiner Rolle als Safe-Haven-Währung zur zyklisch attraktiven Investitionswährung zu meistern, die dann vom US-Aufschwung…

Ein Vorgeschmack auf den harten Brexit

Die Regierungen von elf EWU-Ländern haben am Wochenende entschieden, ihre Grenzen für Güter und Personen aus Großbritannien für mindestens 72 Stunden zu schließen. Auf einer Notfallsitzung der EU könnte diese Maßnahme heute sogar auf die gesamte EU ausgeweitet werden. Mit dieser Entscheidung reagiert die EU auf die rasante Ausbreitung einer neuen Covid-Mutation in Großbritannien, die laut Schätzung der Experten 70% ansteckender ist als das bisherige Virus. Die Entscheidung die Grenzen zu schließen hat dramatische Auswirkungen auf die Reisetätigkeit, vor allem aber auf den Warenhandel. In Kent haben sich bereits riesige LKW-Staus gebildet, der Hafen von Dover wurde vorübergehend geschlossen. Auch wenn die von den EU-Ländern eingeführte Maßnahme zunächst nur den Warentransport aus Großbritannien heraus betrifft, ergeben sich dadurch natürlich auch Probleme für den Warentransport nach Großbritannien. Hier mehren sich nun die Sorgen, dass es über Weihnachten Warenknappheiten geben könnte. Zwar versucht die Regierung diese Ängste zu beschwichtigen, so seien Supermärkte…

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