DAX

Gewinnsprung bei US-Unternehmen

In dieser Woche werden 81 der S&P 500-Unternehmen über den Geschäftsverlauf im ersten Quartal berichten. Im S&P 500 wird erwartet, dass der Umsatz der Unternehmen um neun Prozent gestiegen ist. Die Nettogewinne dürften im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar um fast ein Drittel gestiegen sein. Das wäre der stärkste Gewinnanstieg seit dem 3. Quartal 2010. Das hohe Gewinnwachstum ist vor allem auf die niedrige Basis im Vergleichszeitraum zurückzuführen. Bekanntlich ist die Wirtschaft im 1. Quartal 2020 durch das erstmalige Auftreten des Corona-Virus besonders stark eingebrochen. Unternehmen aus Branchen, die vor einem Jahr besonders gelitten haben (u.a. Banken, nicht-zyklische Konsumgüter, Werkstoffe/Materialien), wachsen nun schneller als der Markt. Dagegen dürften die Gewinne der Unternehmen aus den Sektoren Industrie und Energie gesunken sein. Technologie- und Internettitel schultern weiterhin den Großteil der dynamischen Gewinnentwicklung. Hier erwarten wir eine Ausweitung der Unternehmensgewinne um ein Viertel. Das ist zwar ein etwas langsameres Wachstum als der Markt, aber…

13.000, 14.000, 15.000 Punkte: Warum der DAX auf der Überholspur bleibt

Es scheint, dass derzeit nichts die Börsen aus der Ruhe bringen kann. Weder die Schieflage eines großen Hedgefonds noch der sich verschlechternde politische Ton zwischen den USA und China noch die dritte Welle der Pandemie noch die Blockade des Suezkanals konnten die Nachfrage nach Aktien bremsen. Wie ist das zu erklären? Der Grund ist einfach. Es sind die Gewinnaussichten, die an der Börse zählen. Und die sind für 2021 und 2022 hervorragend, denn dann dürfte die Weltwirtschaft das stärkste Wachstum seit Jahrzehnten verzeichnen. Kein Wunder, dass die Aktienmärkte boomen, statt sich vor potenziellen Störenfrieden zu fürchten. Jedoch sind die Aktienkurse in den letzten Monaten schneller gestiegen, als wir es erwartet hatten. Unsere Indexprognosen für den DAX und den Euro Stoxx 50, die wir noch vor wenigen Wochen auf 15.000 und 3.800 Punkte angehoben hatten, wurden inzwischen erreicht. Es zeigt sich einmal mehr, dass die Formulierung von Prognosen mit erheblichen Unsicherheiten…

Spin-offs am Aktienmarkt: Wenn Teilen Freude bereitet

Siemens hat 2020 Siemens Energy an die Börse gebracht, im März dieses Jahres hat Vodafone den Funkturmbetreiber Vantage Towers gelistet und schon bald könnten einige Unternehmen mit Transaktionen folgen: Das Umfeld für Börsengänge von Tochterunternehmen („Carve-outs“) und Abspaltungen („Spin-offs“) boomt, nachdem das von Corona geprägte Jahr 2020 zu einer Enttäuschung für Kapitalmarkttransaktionen geworden war. Zwar laufen die Geschäfte vieler Branchen noch nicht wieder auf vollen Touren, aber die Aktienkurse stehen hoch und die Volatilität an den Märkten ist vergleichsweise niedrig. Für viele Unternehmen sind das ideale Bedingungen, geliebte (oder wenige geliebte Töchter) an die Börse zu bringen. Abspaltungen von Geschäftsteilen bei börsennotierten Unternehmen sorgen für neues Kapital und auch für Anleger ergeben sich Chancen. Spin-offs schlagen bei der Aktienkursentwicklung in den USA sogar die durchschnittliche Marktentwicklung. Das zeigt die bessere Entwicklung des S&P-500-Spin-off-Index gegenüber dem S&P 500 in den letzten zehn Jahren. Für Investoren bieten solche Transaktionen oft günstige Kaufgelegenheiten,…

Deutsche Unternehmen schütten 40 Milliarden Euro aus

Siemens hat in der vergangenen Woche die Dividendensaison 2021 eröffnet. In den kommenden Monaten werden die deutschen Unternehmen rund 40 Mrd. Euro an die Aktionäre ausschütten. Zwar hat die Pandemie die Unternehmen im laufenden Geschäft 2020 unter Druck gesetzt, die aktuelle Berichtssaison zeigt jedoch, dass die Belastungen weniger stark ausfallen als erwartet. Da zudem viele Unternehmen die Dividenden bereits im Vorjahr reduziert haben, sollte der Rückgang der Ausschüttungen deutlich geringer ausfallen als bei den Gewinnen. Nach einem Dividendenrückgang von 16% im vergangenen Jahr erwarten wir nur noch einen leichten Rückgang von 3%. Der Blick nach vorn bleibt positiv. Die Gewinne der Unternehmen sollten sich in den folgenden Jahren deutlich erholen. Die Ausschüttungsrekorde von 2018 sollten mit den Bilanzen von 2022, also in zwei Jahren, wieder erreicht werden. Die Dividendenrendite ist in den letzten Monaten gefallen und liegt im DAX mit 3% rund 10% unter dem langjährigen Durchschnitt. Gegenüber Staatsanleihen bieten…

DAX steigt bis Jahresende auf 15.000 Punkte

Die DAX-Unternehmen sind sehr gut durch das Krisenjahr 2020 gekommen. Noch läuft die Berichtssaison zum Abschlussquartal, aber die Umsätze der Unternehmen dürften im vergangenen Jahr nur um vier Prozent gesunken sein. Die Gewinne sollten gegenüber 2019 um 14 Prozent geringer ausgefallen sein. In früheren Rezessionen sanken die Gewinne im Durchschnitt um ein Drittel, also deutlich stärker als im vergangenen Jahr. Aktienanalysten erwarten, dass die Gewinne im deutschen Leitindex in diesem Jahr um 30 Prozent zulegen und bereits 2022 wieder Rekordgewinne verbuchen werden. Obwohl sich die Gewinnerwartungen der Unternehmen in der Vergangenheit im Nachhinein (fast) immer als zu optimistisch erwiesen haben, liegt diese Einschätzung im Rahmen des Verlaufs früherer Gewinnzyklen an der Börse. In der Regel dauerte es etwa zweieinhalb Jahre, bis die alten Gewinnhochs wieder erreicht wurden. Voraussetzung für eine nachhaltige Erholung bei den Unternehmensgewinnen bleibt ein stabil prognostizierbarer Verlauf der Corona-Pandemie und das damit verbundene Ausmaß der Einschränkungen für…

David gegen Goliath 1:0 – Was wirklich hinter der „GameStop“-Spekulation steckt

In einer der größten Hedgefonds-Rettungsaktionen seit dem Fall von Long-Term Capital Management („LTCM“, 1998) wurde in dieser Woche die Firma „Melvin Capital“ vor dem Ruin gerettet. Die Firma hatte zuvor auf stark fallende Kurse verschiedener Aktien wie Gamestop (Verkauf von Videospielen) oder AMC Entertainment (Kinos) spekuliert. Beide Unternehmen hatten zuletzt stark unter der Corona-Krise und dem strukturellen Trend zu Online-Medien gelitten, so dass die Wetten auf fallende Kurse lukrativ erschienen. Doch der organisierte Widerstand zahlreicher „Kleinanleger“, organisiert über die Internetplattform Reddit, machte die Strategie des Hedgefonds innerhalb weniger Tage zunichte. Die Investoren sprachen sich untereinander ab und trieben mit jeweils kleinen Käufen die Kurse besagter Aktien in die Höhe.  Da aus verschiedenen Gründen mehr Gamestop-Aktien leerverkauft wurden, als tatsächlich vorhanden waren, kam es zum sogenannten „Short Squeeze“, und Melvin Capital musste offene Positionen zu dramatisch höheren Preisen eindecken. Angesichts der parabolischen Kursentwicklung fühlten sich Marktbeobachter hierzulande an die Kursexplosion der…

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