Aktienmärkte

DAX steigt bis Jahresende auf 15.000 Punkte

Die DAX-Unternehmen sind sehr gut durch das Krisenjahr 2020 gekommen. Noch läuft die Berichtssaison zum Abschlussquartal, aber die Umsätze der Unternehmen dürften im vergangenen Jahr nur um vier Prozent gesunken sein. Die Gewinne sollten gegenüber 2019 um 14 Prozent geringer ausgefallen sein. In früheren Rezessionen sanken die Gewinne im Durchschnitt um ein Drittel, also deutlich stärker als im vergangenen Jahr. Aktienanalysten erwarten, dass die Gewinne im deutschen Leitindex in diesem Jahr um 30 Prozent zulegen und bereits 2022 wieder Rekordgewinne verbuchen werden. Obwohl sich die Gewinnerwartungen der Unternehmen in der Vergangenheit im Nachhinein (fast) immer als zu optimistisch erwiesen haben, liegt diese Einschätzung im Rahmen des Verlaufs früherer Gewinnzyklen an der Börse. In der Regel dauerte es etwa zweieinhalb Jahre, bis die alten Gewinnhochs wieder erreicht wurden. Voraussetzung für eine nachhaltige Erholung bei den Unternehmensgewinnen bleibt ein stabil prognostizierbarer Verlauf der Corona-Pandemie und das damit verbundene Ausmaß der Einschränkungen für…

David gegen Goliath 1:0 – Was wirklich hinter der „GameStop“-Spekulation steckt

In einer der größten Hedgefonds-Rettungsaktionen seit dem Fall von Long-Term Capital Management („LTCM“, 1998) wurde in dieser Woche die Firma „Melvin Capital“ vor dem Ruin gerettet. Die Firma hatte zuvor auf stark fallende Kurse verschiedener Aktien wie Gamestop (Verkauf von Videospielen) oder AMC Entertainment (Kinos) spekuliert. Beide Unternehmen hatten zuletzt stark unter der Corona-Krise und dem strukturellen Trend zu Online-Medien gelitten, so dass die Wetten auf fallende Kurse lukrativ erschienen. Doch der organisierte Widerstand zahlreicher „Kleinanleger“, organisiert über die Internetplattform Reddit, machte die Strategie des Hedgefonds innerhalb weniger Tage zunichte. Die Investoren sprachen sich untereinander ab und trieben mit jeweils kleinen Käufen die Kurse besagter Aktien in die Höhe.  Da aus verschiedenen Gründen mehr Gamestop-Aktien leerverkauft wurden, als tatsächlich vorhanden waren, kam es zum sogenannten „Short Squeeze“, und Melvin Capital musste offene Positionen zu dramatisch höheren Preisen eindecken. Angesichts der parabolischen Kursentwicklung fühlten sich Marktbeobachter hierzulande an die Kursexplosion der…

Erfolgsfaktor Familie

Familienunternehmen sind für Deutschland von großer wirtschaftlicher Bedeutung. So sind laut einer Studie der Stiftung Familienunternehmen über 90 Prozent der Unternehmen sind in Familienbesitz. Sie sind nicht nur in städtischen Gebieten angesiedelt, sondern oft auch in ländlichen Regionen. Dort sind sie teilweise von enormer Bedeutung für die Wirtschaftsstruktur. Die Corona-Pandemie hinterlässt auch bei Familienunternehmen ihre Spuren. Laut einer ifo-Umfrage mussten rund 80 Prozent der Betriebe im vergangenen Jahr einen Auftragsrückgang hinnehmen. Familienunternehmen stehen vor strukturellen Herausforderungen. Der demografische Wandel wird die zukünftige Entwicklung der Unternehmen stark beeinflussen. Im Rahmen des Generationswechsels findet sich nicht immer ein geeigneter Nachfolger, und auch der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen und ländlichen Regionen ein Problem. Auf der technischen Seite verändert die Digitalisierung etablierte Geschäftsmodelle und Strukturen. Gerade im ländlichen Raum ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur jedoch noch nicht weit fortgeschritten. Hier ist es die Aufgabe von Staat und Kommunen, den Unternehmen zu helfen….

Aktien 2021: Bewertung sieht hoch aus, ist hoch, kann noch steigen

14.000 Punkte im DAX in einer erlebnisreichen Woche: Derzeit fällt es trotz politischer Widrigkeiten in den USA tatsächlich leicht, für die Aktienmärkte positiv gestimmt zu sein. Das Ende der Corona-Pandemie scheint in Sicht, trotz Anlaufschwierigkeiten bei Impfungen in Europa. Der unberechenbare US-Präsident Trump steht vor dem Abgang, der harte Brexit wurde vermieden und die Zentralbanker treiben die ultraexpansive Geldpolitik auf die Spitze. Vor allem die häufig wundersam wirkende Geldvermehrung der Notenbanken wirkt wie eine riesige Marketingkampagne für alle Vermögensklassen. In den letzten Wochen hat sich an den Finanzmärkten ein Optimismus, gemessen an Stimmungsumfragen und Anlegerverhalten, breitgemacht, der in dieser Form schon lange nicht mehr zu beobachten war. Eine große Mehrheit der Privatanleger und Finanzprofis ist „bullish“, d.h. sie wetten auf weiter steigende Kurse. Die Kurse von Aktien, Unternehmensanleihen, Bitcoin und Gold sind seit November fast wöchentlich gestiegen. Eine positive Stimmung an der Börse ist per se nichts Schlechtes. Und in…

Sechs Lehren, die Anleger aus dem Jahr 2020 mitnehmen können

Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu. Es wird als eines der traurigsten Jahre seit Jahrzehnten in die Geschichtsbücher eingehen. 75 Millionen Menschen infizierten sich mit dem Corona-Virus und leiden heute teils unter erheblichen Spätfolgen. Über 1,7 Millionen Menschen ließen infolge der Covid 19-Pandemie ihr Leben. Hinter jedem Todesfall standen wohl unbeschreibliche menschliche Tragödien. Das Virus wirkte aber auch auf andere Lebensbereiche. Vor allem auf die globale Wirtschaftsleistung, die in diesem Jahr trotz Stützungen einbrach. Aber auch die Arbeitswelt und das Leben jedes Einzelnen änderten sich. Technologische Trends wurden verstärkt, der Siegeszug digitaler Produkte und Dienstleistungen schreitet voran. Das Virus wirkte auch auf die Politik. Meinungsverschiedenheiten über die Coronabekämpfung und generelle Politikausrichtungen wurden offengelegt und über die Hebelwirkung sozialer Medien verstärkt. Die politischen Spaltungen nahmen zu, wie nicht nur die Wahl zum US-Präsidenten zeigte. Im starken Kontrast dazu stand 2020 die Entwicklung an den Finanzmärkten. Die Kreditmärkte preisen eine…

Kollateralschäden

In den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts war die Welt aus Sicht der Notenbanken noch in Ordnung. Es gab wirtschaftliche Zyklen und Inflation. Das Bestreben der Notenbanken war, die zeitweise überschäumenden Teuerungsraten zu bändigen und dafür wurden auch Kollateralschäden in Kauf genommen. Sie konnten sogar sehenden Auges eine „Stabilisierungsrezession“ herbeiführen, nur um aus dem Ruder gelaufene Inflationserwartungen wieder einzufangen und die Preissteigerungsraten zu dämpfen. Heute sehen sich die Notenbanken (existenziellen) Krisen und struktureller niedriger Inflation gegenüber. Krisenbewältigung und Schaffung von Inflation sind die Hauptaufgaben geworden. Auch diese Herausforderungen werden von den Notenbanken mit Vehemenz angegangen und Kollateralschäden werden wieder in Kauf genommen. Die Kollateralschäden sind jetzt aber keine Rezession, sondern überbordende Kapital- und Immobilienmärkte sowie eine steigende Verschuldung. Den gordischen Knoten, den die Notenbanken geschaffen haben, könnte eine steigende Inflation zerschlagen. Es ist jedoch offen und unsicher, ob mit niedrigen Zinsen und einer steigenden Geldmenge tatsächlich Inflation geschaffen…

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