Bettina Schlorke

Der Federal Reserve auf der Spur

Europäische Notenbanken nähern sich mit ihren Leitzinsen der Nullzinsmarke an beziehungsweise haben diese bereits erreicht. Der Bank of England und der EZB bleiben mit aktuellen Leitzinsen von 0,5% beziehungsweise 0,75% nicht mehr viel Spielraum nach unten. Ein weiterhin schwieriges gesamtwirtschaftliches Umfeld wird auch in naher Zukunft für reichlich Druck auf die Notenbanker sorgen. Des Weiteren wird die Euro-Schuldenkrise die Zentralbanken sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten für eine weitere ungewisse Zeit beschäftigen. Dänemark, als Beispiel für einen Sicheren Hafen in Europa ohne Euro, hat auf die Zinssenkung der EZB mit einer Leitzinssenkung auf 0% reagiert und den Einlagensatz sogar auf minus (!) 0,20% gesetzt. Die Flucht in dänische Vermögensgüter, als Absicherung gegen eine sich verschärfende Euro-Krise, hat die Notenbank des Landes massiv unter Druck gesetzt. Selbst ein negativer Einlagenzins hält Banken nicht davon ab ihr Geld dort zu horten. Dänische Verhältnisse könnten, bei weiter eskalierenden Ereignissen, bald…

EUR-GBP: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, sollte bedenken…

Dass es um die Konjunktur auf der Insel nicht gut steht, ist bekannt. Der Gouverneur der BoE King geht jetzt davon aus, dass die Wirtschaft des Landes weitere fünf Jahre benötigen wird, um sich von der seit 2007 anhaltenden Krise zu erholen. Die Ursache für die schwierige Lage ist schnell ausgemacht. Er sei „pessimistisch und ausgesprochen besorgt“ mit Blick auf die fehlende Entschlossenheit im Euroraum und die Auswirkungen der EWU-Schuldenkrise. Sicher ist die Einschätzung Kings in Teilen zutreffend. Für die „double-dip“ Rezession des Landes hauptsächlich die südlichen Nachbarn verantwortlich zu machen, entbehrt allerdings nicht einer gewissen Dreistigkeit – vor allem da der Euroraum eine erneute Rezession bislang vermeiden konnte. Vielmehr hätte der Notenbankchef die strukturellen Probleme des eigenen Landes benennen können, darunter eine hohe Verschuldung der privaten Haushalte, eine spürbar steigende Staatsverschuldung und eine mangelnde internationale Wettbewerbsfähigkeit, die nach einer aktuellen Einschätzung des Schweizer International Institute for Management Development mit…

Auch nach Griechenlandwahl kein Ende der Krise in Sicht

Der Wahlsieg der beiden großen und – relativ – reformfreundlichen Parteien in Griechenland hat am Markt nur kurz für Erleichterung gesorgt. Neben dem fragilen Zustand des spanischen Bankensystems und den in Italien nur zögerlich angegangenen Reformen steht nun zunehmend auch die von den griechischen Regierungsparteien angekündigte Forderung nach einer zeitlichen Streckung der von der Troika verordneten Reformauflagen im Mittelpunkt des Interesses. Die Frage, ob und, wenn ja, wie weit die europäischen Geldgeber Griechenland diesbezüglich entgegenkommen werden, dürfte auch auf dem Ende Juni anstehenden EU-Gipfel für Diskussionen sorgen. Hier sollte dann deutlich werden, wie gespalten die einzelnen Staaten der EU hinsichtlich eines gemeinsamen langfristigen Ansatzes zur Lösung der Krise sind. Da sich die Lösung der EU-Schuldenkrise noch einige Zeit hinziehen wird, sollte die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen auch in den nächsten Monaten hoch bleiben. Wir erwarten die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen auf Sicht der kommenden sechs Monate bei 1,20%. Erst mit…

Umschuldung Griechenlands positiv aufgenommen

Die Währungshüter der Europäischen Zentralbank haben im März ihren Leitzins unverändert bei 1,0% belassen. Unserer Einschätzung nach wird Mario Draghi und seine Kollegen aus dem EZB-Direktorium die Leitzinsen auch in der nächsten Sitzung, die Anfang April stattfindet, stabil halten. Durch den zweiten 36-Monatstender mit einem Volumen von 530 Mrd. Euro Ende Februar stehen den Banken nun über eine Billion Euro für knapp drei Jahre zur Verfügung. Die EZB wird erst einmal die Wirkung dieser Geldschwemme abwarten wollen, bevor sie möglicherweise einen expansiveren geldpolitischen Weg mit noch niedrigeren Leitzinsen einschlägt.

Weitere Leitzinssenkungen der EZB

In der Eurozone hat die im Dezember durchgeführte weitere Flutung des Euroraums mit Liquidität mittels eines 36-Monatstenders deutliche Spuren hinterlassen. Die 489 Mrd. Euro, die durch die EZB an europäische Geschäftsbanken verliehen worden sind, zeigen ihre Wirkung nicht zuletzt an Primärmarktemissionen speziell von Anleihen mit kurzer und mittlerer Laufzeit.

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