Bettina Schlorke

DAX steigt bis Jahresende auf 15.000 Punkte

Die DAX-Unternehmen sind sehr gut durch das Krisenjahr 2020 gekommen. Noch läuft die Berichtssaison zum Abschlussquartal, aber die Umsätze der Unternehmen dürften im vergangenen Jahr nur um vier Prozent gesunken sein. Die Gewinne sollten gegenüber 2019 um 14 Prozent geringer ausgefallen sein. In früheren Rezessionen sanken die Gewinne im Durchschnitt um ein Drittel, also deutlich stärker als im vergangenen Jahr. Aktienanalysten erwarten, dass die Gewinne im deutschen Leitindex in diesem Jahr um 30 Prozent zulegen und bereits 2022 wieder Rekordgewinne verbuchen werden. Obwohl sich die Gewinnerwartungen der Unternehmen in der Vergangenheit im Nachhinein (fast) immer als zu optimistisch erwiesen haben, liegt diese Einschätzung im Rahmen des Verlaufs früherer Gewinnzyklen an der Börse. In der Regel dauerte es etwa zweieinhalb Jahre, bis die alten Gewinnhochs wieder erreicht wurden. Voraussetzung für eine nachhaltige Erholung bei den Unternehmensgewinnen bleibt ein stabil prognostizierbarer Verlauf der Corona-Pandemie und das damit verbundene Ausmaß der Einschränkungen für…

Euro-Raum: Inflation macht einen außergewöhnlich hohen Sprung

Der Anstieg der Teuerungsrate im Euro-Raum ist im Januar ungewöhnlich deutlich ausgefallen. Die jährliche Inflationsrate (HVPI) kletterte binnen nur eines Monats um starke 1,2 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent – ein solch hoher Anstieg wurde seit Beginn der Eurostat-Inflationsstatistik noch nicht gemessen. Noch im Dezember 2020 lag die Inflationsrate mit ‑0,3 Prozent zum fünften Mal in Folge im negativen Bereich. Dass sich der Inflations-Sprung allerdings als „steiler“ Trend fortsetzen könnte ist eher unwahrscheinlich. Denn die aktuelle Messung des HVPI war im Januar gleich von einer Reihe von Sonderfaktoren beeinflusst. Einige davon werden noch das gesamte Jahr erhöhend auf die Inflation wirken, andere dürften nur kurzfristig für einen Preisschub gesorgt haben. Als erster Faktor fallen die üblicherweise stark schwankenden Preiskomponenten ins Auge. Das sind zum einen die Energiepreise, die, überwiegend durch den jüngsten Anstieg des Ölpreises bedingt, deutlich weniger mäßigend auf die Gesamtinflationsrate einwirken. Hier lag der Rückgang gegenüber dem Vorjahr zuletzt nur…

Kann Draghi auch Regierungschef?

Die Zeichen in Rom stehen auf Regierungswechsel. Nachdem es dem geschäftsführenden Premier Conte nicht gelang, eine neue Koalition zu bilden, kommt ein neuer Name ins politische Spiel: Mario Draghi. Der Ex-Chef der EZB trifft sich heute Mittag mit Staatspräsident Mattarella. Aller Voraussicht nach wird ihn das Staatsoberhaupt mit der Regierungsbildung beauftragen. Eine große Überraschung wäre das nicht. Draghi wurde seit Wochen bereits als möglicher Chef einer Expertenregierung gehandelt. Die Märkte reagieren auf die neuesten Entwicklungen nahezu euphorisch. Der Optimismus wird sowohl von der Erwartung getragen, dass damit baldige Neuwahlen vom Tisch sein könnten als auch der Hoffnung, dass Draghi einige der überfälligen Reformen in Italien anschiebt. Aber was wäre tatsächlich von einer Draghi-Regierung in Italien zu erwarten? Draghis fachliche Expertise ist über jeden Zweifel erhaben. Könnte er Italiens Wirtschafts- und Fiskalpolitik frei bestimmen, wären Hoffnungen einer positiven Trendwende sicherlich berechtigt. Draghis Hauptschwierigkeit dürfte aber darin liegen, dass er politische Mehrheiten…

Wirtschaft im Euro-Raum sinkt im Schlussquartal 2020 nur leicht – trotz erneuter Lockdowns

Die wirtschaftlichen Folgen der zweiten Welle der Corona-Pandemie in Europa fielen bislang vergleichsweise glimpflich aus. Im vierten Quartal 2020 ist die Wirtschaftsleistung im Euro-Währungsgebiet um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesunken. Dies war weniger stark als im Vorfeld befürchtet wurde. Im Gesamtjahr 2020 nimmt damit das Bruttoinlandsprodukt gegenüber 2019 um 6,8 Prozent ab. Auch die Zahlen aus den einzelnen Ländern, die ebenfalls schon eine erste Berechnung vorgelegt haben, überraschen positiv. In Frankreich ging das Bruttoinlandsprodukt „nur“ um 1,3 Prozent zurück und in Italien um zwei Prozent. Am Ende der Skala der vorläufigen Zahlen steht Österreich mit einem Minus von 4,3 Prozent. Leicht positive Ergebnisse wurden dagegen aus Deutschland mit einem Plus von 0,1 Prozent und Spanien mit sogar +0,4 Prozent vermeldet. Insgesamt zeigen die Quartalsergebnisse, dass die meisten Länder im Herbst besser als erwartet durch die zweite Welle gekommen sind. Neben teils weniger strikter Lockdowns ist ein entscheidender Unterschied zum…

Brasilien: Prekäre Gesundheitslage trotz warmer Jahreszeit

Trotz der warmen Jahreszeit hat sich in Brasilien im Rahmen der Corona-Pandemie das Infektionsgeschehen zuletzt wieder deutlich verschärft. In einzelnen Landesteilen herrschen bei der Versorgung von schwer erkrankten Personen katastrophale Zustände, so dass inzwischen bereits 222.666 Brasilianer durch das Virus verstorben sind. Im weltweiten Vergleich rangiert das Land bezüglich der Zahl der Corona-Ansteckungen nach den USA und Indien auf Rang drei: Etwas mehr als neun Millionen Brasilianer/innen sind laut WHO mit dem Virus infiziert. Dass es zu dieser prekären Gesundheitslage gekommen ist, liegt sicher auch daran, dass der seit zwei Jahren regierende Präsident Bolsonaro noch bis vor kurzem die Gefährlichkeit von Covid-19 in aller Öffentlichkeit geleugnet hat. Aber massiver Druck der Opposition und umfangreiche Straßenproteste haben dazu geführt, dass jetzt auch in Brasilien mit ersten Impfungen begonnen werden konnte. Die starke Ausbreitung des Virus und auch das Entstehen von neuen Mutationen waren wohl vor allem deshalb möglich, weil von der…

Fed: Zielerreichung noch lange nicht in Sicht

Wie allgemein erwartet, hat die Fed auf der jüngsten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses keine Anpassungen vorgenommen. Das Statement wurde lediglich marginal angepasst. So wird die Fed die geldpolitischen Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur beibehalten. Die Erholung hänge maßgeblich davon ab, wie schnell die Virus-Ausbreitung unter Kontrolle gebracht werden kann. Die Impfstoff-Kampagnen seien eine wichtige Voraussetzung für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen. In den letzten Monaten habe sich jedoch das Tempo der Konjunkturerholung abgeschwächt. Die Entscheidung der FOMC-Mitglieder wurde einstimmig gefällt. Im Vorfeld der Pressekonferenz hatten sich die Marktteilnehmer eine eindeutige Stellungnahme zu den Anleihekäufen sowie zu dem möglichen Inflationsdruck und den steigenden Inflationserwartungen erhofft. Der Fed-Vorsitzende gab klar zu Protokoll, die Geldpolitik bleibe solange expansiv, bis die Beschäftigungs- und Inflationsziele erreicht würden. Von einer Zielerreichung sei die Geldpolitik weit entfernt, so Powell. Er fügte hinzu, dass die Inflation trotz steigender Preise in den kommenden Monaten nicht das Ziel der Fed…

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