US-BIP: Bidens wirtschaftlicher Erfolg in den ersten 100 Amtsta-gen – Fortsetzung dürfte folgen

Als Joe Biden Mitte Januar die Regierungsgeschäfte der Vereinigten Staaten übernahm, bremste die Pandemie das Wirtschaftswachstum noch erheblich. Besonders zum Ende des ersten Quartals hat die Wirtschaft aber Fahrt aufgenommen. Präsident Biden ist dabei hoch anzurechnen, dass er den Impfprozess und vor allem das 1,9 Bio. US-Dollar Konjunkturpaket schnell vorangetrieben hat. Die Lockerung von Corona-Restriktionen zusammen mit der raschen Auszahlung der Konsumschecks haben schon im März eine starke Wirkung beim privaten Konsum gezeigt. Insgesamt legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA im ersten Quartal 2021 deutlich um annualisiert 6,4% gegenüber dem Vorquartal zu. Den größten Effekt dürfte das Konjunkturprogramm jedoch im laufenden zweiten Quartal zeigen und entsprechend für einen noch wesentlich stärkeren Wachstumsschub sorgen. Für das Gesamtjahr 2021 rechnen wir daher mit einer Steigerung des BIP von 6,5%.

Während die Wirtschaft also aktuell von dem großen Konjunkturpaket profitiert, hat die Biden-Administration die langfristige Stärkung der US-Wirtschaft in Angriff genommen. Nachdem Biden Staatsinvestitionen in Höhe von 2,3 Billionen US-Dollar für die Infrastruktur und die Altenpflege vorgeschlagen hat, stellt er nun gewaltige Summen für die Familienförderung in Aussicht. Der „American Families Plan“ legt den Schwerpunkt auf die finanzielle Entlastung der Mittelklasse und bessere Bildungschancen. Weitere 1,8 Billionen US-Dollar über ein Jahrzehnt soll das kosten. Anders als beim 1,9 Billionen US-Dollar Konjunkturprogramm vom März würden diese Ausgaben also auf viele Jahre verteilt. Die Wirtschaft würde sich über eine höhere Kaufkraft der Familien und Infrastrukturinvestitionen dennoch sicherlich freuen.

Besonders die geplanten Steuererhöhungen zur vollständigen Finanzierung der zusätzlichen Staatsausgaben sorgen aber noch für Diskussionen, auch innerhalb der demokratischen Partei. An Kompromissen führt wohl kein Weg vorbei, um die erforderliche Mehrheit im Senat zu erreichen. Bis tatsächlich zusätzliches Geld aus diesen Programmen bei den Bürgern und Unternehmen ankommt, wird es also diesmal länger dauern. Und den positiven Effekten aus den Staatsinvestitionen werden wohl auch Belastungen für Unternehmen und wohlhabende Privatpersonen gegenüberstehen. In der Summe sind Bidens langfristigen Ausgabenpläne aber zu begrüßen und eröffnen die Chance auch auf langfristig stärkeres Wirtschaftswachstum.

— Alexander Buhrow

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2 Kommentare

Hans-Jürgen Häming

Meine Name ist Hans-Jürgen Häming, langj. FKB der WGZ / DZ und seit 2 Jahren in Rente.

Ich finde Ihre Beitrage immer sehr interessant, so auch diesen.
Von allgemeinem Interesse könnten auch folgende Themen sein:
– Inflationserwartung vor dem Hintergrund aktuell steigender Preise – wir nähern uns der 2 % Marke
– Möglichkeiten der EZB, hier zukünftig gegenzusteuern; die ich nicht sehe, da die Anleihekäufe wohl weiter laufen müssen – siehe auch Weihnachtsvorlesung von Prof. Dr. Sinn im Dez. 2020 –
– Klarstellung der Target 2 – Problematik, d.h. wirtschaftliche Einordnung und Gefahrenpotential

Herzlichen Dank und bleiben Sie gesund.

Ralph Müller

Sehr geehrter Herr Häming, vielen Dank für Ihren Kommentar und das Lob. Ihre Themenvorschläge haben wir dankbar entgegengenommen.

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