DZ BANK Euro-Indikator steigt deutlich über Vorkrisenniveau

Trotz der anschwellenden dritten Corona-Welle weisen die konjunkturellen Frühindikatoren im Euro-Raum weiterhin auf eine sich verstärkende wirtschaftliche Erholung in den kommenden Monaten hin. Der Euro-Indikator der DZ BANK ist im März um 1,2% im Vergleich zum Vormonat angestiegen. Das ist der stärkste monatliche Anstieg seit Juli letzten Jahres. Das Niveau des Euro-Indikators liegt nunmehr bei 101,1 Punkten, nach 99,9 Punkten im Vormonat, und hat damit erstmals seit September 2018 wieder die Marke von 100 Punkten überschritten. Die Vorjahresveränderungsrate des Indikators, die nun einen Vergleich mit einem ebenfalls bereits von der Pandemie beeinflussten Monat darstellt, springt im März von +1,0% auf +4,3%. 

Der kräftigste Beitrag zur Stimmungsaufhellung kam im abgelaufenen Monat erneut von den Indikatoren aus dem Industriebereich. Die Produktionserwartungen im verarbeitenden Gewerbe sind gemäß der Umfrage der EU-Kommission im März weiter angestiegen und liegen bereits im Bereich ihres letzten Hochs vor rund drei Jahren. Die IHS-Markit-Umfrage unter den Einkaufsmanagern in der europäischen Industrie verbesserte sich den neunten Monat in Folge und zeigte im März sogar das beste Ergebnis seit Ende der 1990er Jahre. Demnach legten Produktion, Auftragseingang und Exportneugeschäft wohl vor allem dank des haussierenden Welthandels im abgelaufenen Monat jeweils mit neuer Rekordrate zu.

Doch nicht nur in der von den Pandemie-Beschränkungen relativ wenig betroffenen Industrie, sondern auch bei den privaten Haushalten haben sich Stimmungskennzahlen im abgelaufenen Monat merklich verbessert. Die Messzahl für das Verbrauchervertrauen ist zuletzt auf den höchsten Stand seit Februar 2020 angestiegen und erreicht damit annähernd ihr Vorkrisenniveau. Die Haushalte sind wieder zuversichtlicher im Hinblick auf die allgemeine Wirtschaftsentwicklung und schätzen auch ihre persönlichen Einkommensperspektiven positiver ein als in den letzten Monaten. Lediglich im Hinblick auf den Arbeitsmarkt und die Jobchancen in den kommenden zwölf Monaten sind die Befragten noch deutlich skeptischer als im langjährigen Durchschnitt der Umfrageergebnisse. Hier dürfte es sicherlich am längsten dauern, bis alle negativen Folgen der Pandemie überwunden sind.

Die europäischen Aktienmärkte haben – gemessen am MSCI-Index für den Euro-Raum – seit den Herbstmonaten rund 20% zugelegt. Allein im März gab es im Monatsdurchschnitt ein Kursplus von 3%, das sich positiv in der Berechnung des Euro-Indikators niederschlägt. Bei den Renditen langlaufender Bundesanleihen stand im Monatsmittel ein leichtes Plus zu Buche, was die Differenz zum Geldmarkt immerhin auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren klettern ließ und ebenfalls zum Anstieg des Euro-Indikators beigetragen hat.

Insgesamt spiegelt sich in der jüngsten Entwicklung des Euro-Indikators ein sehr hohes Maß an Optimismus, das sowohl in den Umfragen bei Unternehmen und Haushalten als auch in den Notierungen an den Finanzmärkten zum Ausdruck kommt.

— Dr. Michael Holstein

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