Fordern die aktuellen Lockdowns weniger Tribut als im Frühjahr?

Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum hat sich trotz der erneuten Lockdowns im Dezember aufgehellt. Zwar lähmen noch immer in Europa die Corona-Pandemie und die Lockdowns in zahlreichen Ländern lähmen die Wirtschaft. Die Auswirkungen sind aber scheinbar weniger gravierend als im Frühjahr. Mehr noch, die Stimmungslage der Einkaufsmanager konnte sich gemäß der Umfrage von IHS Markit im Dezember sogar spürbar aufhellen. Der zusammenfassende Composite-Index aus Industrie und Dienstleistungsbereich kletterte um 4,5 Punkte auf 49,8 Zähler und liegt damit nur noch knapp unter der Schwelle von 50 Indexpunkten. In beiden Teilbereichen verbesserten sich die jeweiligen Messzahlen. Deutlicher nach oben ging es bei den Dienstleistern, aber auch der Index der Industrie konnte sich verbessern. Mit der Perspektive auf die wohl bald erfolgenden Impfungen haben sich die Einschätzungen für die Perspektiven der kommenden Monate spürbar aufgehellt.

Die deutschen Einkaufsmanager zeigen sich in den vorläufigen Ergebnissen erstaunlich robust. Der deutsche Composite Index konnte sich um 0,8 Zähler auf 52,5 Punkte verbessern. Die Messzahl für das verarbeitende Gewerbe ging auf sehr hohem Niveau nur leicht zurück, bei den Dienstleistern hellte sich die Stimmung sogar auf. Die schnelle Erholung in der globalen Industrie führt aber zu höheren Einkaufs- und Verkaufspreisen. Grund dafür sind Lieferschwierigkeiten, Rohstoffengpässe und begrenzte Frachtkapazitäten auf See. Einschränkend muss aber gesagt werden, dass die Umfrage die jüngste Verschärfung der Eindämmungsmaßnahmen in Deutschland wohl nicht voll erfasst hat. Der Zeitraum der Erhebung war nämlich vom 04. bis zum 15. Dezember.

In Frankreich haben die Indizes nicht weiter nachgegeben, und dass obwohl Lockdown-Maßnahmen vom November weiter in Kraft sind. In beiden Teilbereichen verbesserte sich sogar die Stimmungslage. Mit einem Plus von 10,4 Punkten liegt der Dienstleistungsindex mit 49,2 Punkten nur noch leicht unter der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Die Messzahl für die Industrie konnte die 50 Punkte sogar wieder überschreiten. Der umfassende Composite-Index erreichte im Dezember 49,6 Zähler nach 40,6 im November.

— Christoph Swonke

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