Einkaufsmanagerindizes in der EWU: Rückgang im November war zu erwarten

Es kommt, wie es kommen musste. Angesichts der zweiten Pandemie-Welle in Europa und der damit verbundenen Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Euro-Raum spürbar eingetrübt. Gerade die Dienstleister berichten in der Umfrage von IHS Markit von schwierigen bis unmöglichen Geschäftsbedingungen im November. Aber auch das verarbeitende Gewerbe kann sich der Lockdown-Stimmung nicht entziehen.

Einziger Lichtblick: Die Geschäftsperspektiven der Einkaufsmanager für die kommenden 12 Monate haben sich aufgehellt. Dies wird an den Meldungen über die Fortschritte bei der Entwicklung der Impfstoffe liegen. Das reicht aber nicht, um die düstere Lageeinschätzung auszugleichen. Insgesamt geht der umfassende Composite-Einkaufsmanager im November erneut deutlich von 50 auf 45,1 Punkte zurück. Und die Botschaft ist eindeutig. Die Wirtschaftsleistung der Währungsunion dürfte im Schlussquartal 2020 erneut sinken, im Einklang mit unserer Prognose.

Auch in Deutschland gab der Composite-Index nach. Nach 55,0 Punkten im Oktober notiert er im November vorläufig aber bei immer noch komfortablen 52,0 Zählern. Während sich die Dienstleister deutlich skeptischer zeigten, ging die Messzahl für das verarbeitende Gewerbe nur leicht zurück. Sie notiert sogar noch immer auf dem außerordentlich hohen Niveau von 57,9 Punkten. Damit erweist sich die lange Zeit gescholtene Industrie derzeit als wichtiger Konjunkturmotor. Wie es scheint, könnte Deutschland wirtschaftlich das Schlussquartal 2020 nur mit leichten Schrammen überstehen. Ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts ist dennoch wahrscheinlich

In Frankreich verlor der Composite-Einkaufsmanagerindex 7,6 Zähler und notiert in der ersten Schätzung bei 39,9 Punkten. Beide Teilbereiche rutschten wieder unter die neutrale Marke von 50 Indexpunkten, die den Wachstumsbereich vom rezessiven Bereich trennen soll. Der Rückgang bei den Dienstleistern fiel im Vergleich zum verarbeitenden Gewerbe wie im gesamten Euro-Raum aber ungleich stärker aus. Die Wirtschaftsleistung wird wohl zwischen Oktober und Dezember wieder deutlicher sinken.

 

 

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